300.000 Euro für Hermann-Wünsche-Fabrik
Bund fördert Dachsanierung in Ebersbach-Neugersdorf
Ebersbach-Neugersdorf. Die Stadt kann mit Unterstützung von Bund und Freistaat Sachsen die marode Dachkonstruktion der ehemaligen Hermann-Wünsche-Textilfabrik an der Bleichstraße sichern. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages stellt dafür Mittel aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm bereit.
300.000 Euro aus Berlin für DachsanierungAm Mittwoch, dem 04.03.2026, hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die geförderten Objekte des Denkmalschutz-Sonderprogramms XIV vorgestellt. Für die Dachsanierung von Pförtnerhaus, Lagerhaus und Hauptgebäude der ehemaligen Textilfabrik Hermann Wünsche in Ebersbach-Neugersdorf werden insgesamt 300.239,50 € aus Bundesmitteln bereitgestellt.
Die Förderung geht auf eine Initiative des Oberlausitzer Bundestagsabgeordneten Florian Oest und des Löbauer Landtagsabgeordneten sowie Sächsischen Kultusministers Conrad Clemens zurück.
Land und Kommune beteiligen sich„Das Erbe der einst größten Textilindustrie Deutschlands gehört fest zur Identität der Oberlausitz. Mit der Sicherung des Daches der größten ehemaligen Produktionsstätte der Firma Hermann Wünsche bewahren wir das Andenken an diese prägende Epoche unserer Heimatgeschichte. Der aktuelle bauliche Zustand der Fabrik ist mehr als kritisch, die zeitnahe Umsetzung der nötigen Baumaßnahmen zum Erhalt der Gebäudesubstanz deshalb umso wichtiger. So gelingt es uns, im Wettstreit mit dem Zahn der Zeit einen großen Schritt voranzukommen“, erklärt Florian Oest.
Mit dem Bundesbescheid ist eine weitere Förderung durch den Freistaat Sachsen in etwa gleicher Höhe verbunden. Einen kleineren Eigenanteil übernimmt die Stadt Ebersbach-Neugersdorf selbst. So können die Gesamtkosten von rund 750.000 € für die Dachsanierung finanziert werden. Das Fabrikareal an der Bleichstraße befindet sich in kommunalem Eigentum.
Bürgermeister sieht wichtige Weichenstellung„Ebersbach-Neugersdorf bekommt durch die Rettung der Hermann-Wünsche-Fabrik eine neue Chance, dieses beeindruckende Areal in der Mitte der Stadt wirtschaftlich, sozial oder kulturell für die Ebersbacher und die gesamte Region nutzbar zu machen. Es ist dem Einsatz zahlreicher ehrenamtlich Engagierter vor Ort zu verdanken, dass dieses einzigartige Zeugnis unserer Industriekultur wieder zum Leben erweckt werden kann. Jetzt gilt es, zeitnah gemeinsam mit allen Akteuren vor Ort tragfähige Konzepte für eine künftige Nutzung des Areals zu erarbeiten“, so Landtagsabgeordneter Conrad Clemens.
Auch Bürgermeister Steffen Ain begrüßt die Entscheidung des Bundes.
Industriekultur der Oberlausitz im Fokus„Ich danke allen, die sich gegenüber der Bundesregierung für die Sanierung des Daches der Hermann-Wünsche-Fabrik an der Bleichstraße stark gemacht haben. Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass das Gebäude endlich wieder eine Zukunft hat und nicht dem weiteren Verfall preisgegeben ist. Ich freue mich darauf, jetzt im nächsten Schritt Lösungen für eine künftige Nutzung des Areals und eine kluge Einbindung in die Entwicklung unserer Stadt zu finden“, erklärt Ain.
Die ehemalige Textilfabrik Hermann Wünsche gilt als größte frühere Produktionsstätte des Unternehmens und als wichtiger Teil der Textilgeschichte der Oberlausitz. Mit der nun möglichen Sicherung der Dachkonstruktion soll die Gebäudesubstanz erhalten und eine Grundlage für künftige Nutzungen geschaffen werden.
Im Kulturkapitel des Bundeshaushalts 2025 stehen für die vierzehnte Auflage des Denkmalschutz-Sonderprogramms insgesamt 35 Millionen Euro zur Verfügung. Die Hermann-Wünsche-Fabrik in Ebersbach-Neugersdorf ist eines der geförderten Objekte.
Foto: André Clemens
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