Eisenhüttenstadt gedenkt 3.344 Soldaten
Stadt erinnert an Tote aus STALAG III B
Eisenhüttenstadt erinnert an die Opfer des Zweiten Weltkriegs: 3.344 sowjetische Kriegsgefangene, die im früheren Fürstenberg (Oder) ums Leben kamen, erhalten ihre Namen zurück. Daran erinnerten am Freitag, 08.05.2026 die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Marina Marquardt und Bürgermeister Marko Henkel bei einem stillen Gedenken am Platz des Gedenkens zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Tote aus dem Kriegsgefangenenlager STALAG III B
Ab 1941 starben innerhalb von vier Jahren im Fürstenberger Kriegsgefangenenlager STALAG III B insgesamt 4.109 Soldaten der Roten Armee. Als Ursachen nennt die Stadt Erschießungen, systematische Misshandlung, Hunger und Krankheit. Viele der Toten stammten aus Russland und der Ukraine, weitere aus anderen Sowjetrepubliken.
Die Wehrmacht bestattete die Verstorbenen anonym in zwei Massengräbern unweit des Lagers.
Umbettung und spätere Forschung
Nach Kriegsende lagen die Massengräber auf dem Bauplatz des Eisenhüttenkombinats. Deshalb wurden die sterblichen Überreste 1951 in die Wohnstadt auf den ersten gebauten Stadtplatz im Wohnkomplex I umgebettet. Dort entstand ein Ehrenmal.
Neue Erkenntnisse wurden erst viele Jahre später möglich. Nach der Öffnung der Militärarchive im Jahr 2007 tauchten Registrierunterlagen aus dem Fürstenberger STALAG III B auf. Hinzu kam eine Totenliste, die Ärzte im Krankenrevier heimlich geführt hatten. Diese Unterlagen wurden 2013 an die Stadt Eisenhüttenstadt übergeben. Bis 2017 wertete das Brandenburgische Innenministerium das Material zunächst aus.
Stadt zuständig, Bund trägt die Kosten
Nach dem Gräbergesetz der Bundesrepublik Deutschland müssen bekannte Namen der Toten an der Grabstelle verewigt werden. Für Planung und Vorbereitung der Namensverewigung war die Stadt Eisenhüttenstadt als örtlich zuständige Gemeinde verantwortlich.
Die Kosten für Planung und Errichtung der Namenstafeln trägt nach Angaben der Stadt die Bundesrepublik Deutschland.
Foto: Stadt Eisenhüttenstadt
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