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Der Wochenkurier beendet nach über 35 Jahren sein Erscheinen

Torsten Berge zieht Bilanz

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Sonntag 28. September 2025
Oberlausitz
Niederlausitz
4 min
Kategorie:
Kultur | Wirtschaft

Elsterheide, 27. September 2025 – Am Monatsende endet die Gratiszeitung Wochenkurier, die seit 35 Jahren die Menschen in Südbrandenburg und Ostsachen mit Lokalnachrichten versorgt. Gründer Torsten Berge und sein Team blicken auf eine bewegte Geschichte zurück: Aus einer gemeinsamen Idee entstanden ein regionales Medium und eine starke Gemeinschaft rund um Leser, Vereine und soziale Projekte.

Im Verlagshaus in Elsterheide bei Hoyerswerda erinnert sich Berge an den Weg der Zeitung:

„Der Wochenkurier war mein Leben, mein Baby.“

Gerade noch schäumt die Freude über die Reichweite – mehr als zwei Millionen Haushalte erreichte die Zeitung in ihren besten Jahren – und die Zusammenarbeit mit vielen örtlichen Partnern, Vereinen und Institutionen. Heute seien die Verluste jedoch so hoch, dass die Entscheidung zur Beendigung des Drucks unvermeidbar geworden sei.

„Zum Monatsende ist Schluss“,

sagt der 62-Jährige.

Zeitlos bleibt das Vermächtnis des Wochenkuriers: Begleiter der Menschen in der Region, Heimatzeitung und Forum für Sorgen, Nöte und Hilfsprojekte. Von der Unterstützung sozialer Einrichtungen über Spendenaktionen in der Rubrik „Lausitz hilft“ bis hin zur Förderung eines integrativen Spielplatzes oder einer Rettungshundestaffel – das Wochenkurier-Team setzte Impulse und brachte Öffentlichkeit für viele Projekte.

„Er war ein toller Mensch, er hat sich immer für das Gute eingesetzt.“

(Andreas Berger-Winkler)

Stimmen der Weggefährten und Partner untermauern diese Bilanz: Die Region ist dankbar für die vielen Hilfsinitiativen, darunter Hospize, Kinderprojekte und medizinische Einrichtungen.

„Gibt es jemanden, der diese Aufgaben übernehmen wird?“

(Sina Häse)

Bedauern über das Aus herrscht auch bei Mitarbeitern, Partnern und Lesern: „An den Mitarbeitern hat es ganz sicher nicht gelegen.“ (Torsten Berge) Das Mutterunternehmen verweist auf anhaltend hohe Verluste und sinkende Anzeigeneinnahmen als Hauptgründe. Die Belegschaft sei eng zusammengerückt, doch der Abschied werde schmerzhaft.

Der Verlag betont, dass die letzte Ausgabe noch mit Sorgfalt vorbereitet wurde, damit ein würdiger Abschluss erfolgte. Im Vordergrund stehen Dankbarkeit für die vielen Jahre der Zusammenarbeit, die Würdigung der Mitarbeitenden und die Anerkennung des Engagements der Leser sowie der lokalen Partner.

„Es war eine verdammt geile Zeit!“

so das Schlusszitat von Torsten Berge.

Verbreitung und Reichweite des Wochenkuriers enden in den Städten Sachsen und Brandenburg, darunter Dresden, der Landkreis Bautzen, Görlitz, Meißen, der Sächsisch-Osterzgebirge, Cottbus, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz.

Anmerkung der Redaktion:
Das Mediensterben in der Print-Branche ist eine logische Folge der Digitalisierung. Allerdings haben die politschen Entscheidungen bzgl. der Erhöhung des Mindestlohns, die hohen Sozialversicherungsabgaben wie SV Beiträge und auch Künstlersozialkassen-Beiträge, die enorm gestiegenen Stromkosten durch Abschaltung der Kraftwerke in Deutschland und weitere Fehlentscheidungen einen sehr großen Anteil daran, die Wirtschaftlichkeit von Zeitungen zu schmälern.
Zusätzlich schmälern Online-Dienste die Margen der bisherigen Redaktionshäuser. Auch dieser Digital-Trend darf in den Häusern nicht außer Acht gelassen werden.

Deckblatt der letzten Ausgabe des Wochenkurier, Ende September 2025
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