L.o Redaktion | LK Dahme-Spreewald
Nachrichten aus dem Landkreis Dahme-Spreewald
Dahme-Spreewald bündelt Hilfen für 8.500 Kinder
Belastete Familien im Fokus eines neuen Hilfekonzeptes der Kommune
Der Landkreis Dahme-Spreewald entwickelt ein kommunales Gesamtkonzept für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien. Schätzungsweise jedes fünfte Kind im Landkreis wächst unter solchen Bedingungen auf – das entspricht rund 5.800 Kindern unter 14 Jahren. Zum Auftakt kamen am 12. Oktober 2026 im Funkerbergsaal in Königs Wusterhausen 80 Menschen aus unterschiedlichen Fachbereichen und Institutionen zusammen.
Vorhandene Hilfen besser verbinden
Dahme-Spreewald beginnt als erste von drei Pilotkommunen in Brandenburg mit dem Vorhaben. Es gehört zum Projekt selbstbestimmt der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen e. V. und wird von der Auridis Stiftung gefördert. Ziel des Landkreises ist es, bestehende Angebote zu vernetzen, Versorgungslücken zu erkennen und Familien früher zu erreichen.
Ein Schwerpunkt ist die engere Zusammenarbeit von Jugendamt und Gesundheitsamt. Obwohl zahlreiche Unterstützungsangebote bestehen, wissen Betroffene und teilweise auch Fachkräfte nicht ausreichend, welche Hilfen verfügbar und wie sie zugänglich sind. Informationen sollen deshalb schneller weitergegeben und passende Anlaufstellen leichter vermittelt werden.
Landrat Sven Herzberger betonte beim Auftakt, dass keine einzelne Behörde und kein einzelnes Hilfesystem die Herausforderungen allein bewältigen könne. Der Landkreis will Zuständigkeitsgrenzen überwinden und eine dauerhaft verbindliche Zusammenarbeit etablieren.
Fachkräfte sollen Belastungen früher erkennen
Das Konzept knüpft an die Arbeit von Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheitswesen, Suchtberatung, psychosozialer Versorgung und Schulen an. Bereits 2024 fanden im Projekt selbstbestimmt zwei Werkstattgespräche statt. Gesundheitskoordinatorin und Projektkoordinatorin Elisa Florstedt moderierte die Auftaktveranstaltung, bei der auch Präventionsprogramme und Möglichkeiten zur Stärkung betroffener Kinder vorgestellt wurden.
Ein weiterer Baustein ist die Qualifizierung von Fachkräften. Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Beschäftigte anderer Arbeitsfelder sollen mehr über die Lebenslagen betroffener Kinder, mögliche Belastungsanzeichen und geeignete Hilfen erfahren. Dazu gehört auch, schwierige Themen sensibel anzusprechen und Vertrauen aufzubauen.
Digitale Zugänge und dauerhafte Strukturen
Der Landkreis will Unterstützungsangebote außerdem in digitalen Lebenswelten junger Menschen sichtbarer und zugänglicher machen. Digitale Informationen und Hilfen sollen persönliche Beratung ergänzen und auch Kinder und Jugendliche erreichen, die sich zunächst nicht unmittelbar an eine Beratungsstelle wenden möchten.
Zugleich soll die Öffentlichkeit stärker für die Situation betroffener Kinder sensibilisiert werden. Der Landkreis verbindet damit das Ziel, Vorurteile und Scham abzubauen. Andrea Hardeling, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen e. V., sieht in kommunalen Gesamtkonzepten eine Möglichkeit, Angebote besser zu verbinden und die Bedürfnisse der Kinder stärker zu berücksichtigen.
Für die dauerhafte Verankerung der Zusammenarbeit hält der Landkreis neben dem Engagement der Fachkräfte auch ein klares politisches Bekenntnis und verlässliche Rahmenbedingungen für erforderlich.
Ähnliche Beiträge
Wirtschaft
Lübben verpachtet Schlossrestaurant
Verkehr & Infrastruktur
B 87 in Lübben halbseitig gesperrt
Kommunales
Mögliche Dienstpflichtverletzungen in Lübben
Verkehr & Infrastruktur
Zweites Gleis zwischen Lübbenau und Cottbus
Tourismus
Lübben feiert Halloween
Wirtschaft
Konjunktur in Südbrandenburg
Gesellschaft
Woidke lädt in Cottbus zum Dialog
Wirtschaft
Mittelstand fordert Kurswechsel in der Verkehrspolitik
Kommunales
Sondersitzung im Lübbener Rathaus
Gesellschaft
Brandenburgs Jugend raucht und trinkt mehr
Gesellschaft
Pflegemusterwohnung öffnet in Lübben
