L.o Redaktion | Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Pücklers Reisebericht neu aufgelegt
Die Jubiläumsedition basiert auf Briefen von 1826 bis 1829.
Im Schloss Branitz ist eine Neuausgabe von Fürst Hermann von Pückler-Muskaus Reisebericht „Briefe eines Verstorbenen“ präsentiert worden. Anlass für die Jubiläumsedition ist der 200. Jahrestag von Pücklers Aufbruch zu seiner Reise durch England, Wales, Irland und Frankreich.
Das Werk zählt zu den bedeutenden Reiseberichten des 19. Jahrhunderts und erscheint erstmals wieder in seiner ursprünglichen Form. Grundlage der historisch-kritischen Edition ist die Auswertung aller erhaltenen Originalbriefe aus den Jahren 1826 bis 1829.
Die Neuausgabe enthält mehr als 300 Farbabbildungen. Viele Motive stammen aus dem Besitz des Fürsten oder beruhen auf zeitgenössischen Vorlagen. Register und eine Reisechronologie ergänzen die einzelnen Bände. Bearbeitet wurde die Edition von Rudolf Kreutner. Herausgeber ist die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, veröffentlicht wird sie im Wallstein Verlag.
Bei der Buchpräsentation verwies Kulturstaatssekretär Tobias Dünow besonders auf die Bedeutung von Fürstin Lucie von Pückler. „Während Pücklers Briefe bis heute seinen Ruhm begründen, sind ihre Briefe verbrannt – und mit ihnen ein Teil ihrer Stimme. Ich bin der Stiftung sehr dankbar, dass sie mit dem Themenjahr ‚FRAUENREICH Branitz‘ eine der unkonventionellsten und originellsten Frauen ihrer Zeit wieder sichtbar macht.“
Hermann von Pückler-Muskau erbte 1811 die Standesherrschaft Muskau und begann 1815 mit der Anlage eines Landschaftsgartens. Als ihm durch seine sogenannte „Parkomanie“ der finanzielle Ruin drohte, schlug Lucie 1823 eine formelle Scheidung vor. Pückler sollte in England eine wohlhabende Frau finden, um mit deren Mitgift Muskau finanziell zu sanieren.
Die Brautsuche blieb ohne Erfolg. Während seiner zweieinhalbjährigen Reise schrieb Pückler jedoch etwa 1.500 Briefseiten an Lucie. Wenig später wurden sie anonym als „Briefe eines Verstorbenen“ veröffentlicht. Das Buch wurde zum Bestseller und half vorübergehend, die finanziellen Schwierigkeiten zu überwinden.
Briefe des Fürstenpaares sowie Erinnerungsalben, die Pücklers Reise bildlich dokumentieren, werden in Branitz aufbewahrt. Für die neue Edition wurden diese Bestände umfangreich restauriert. Das Land finanziert die Stiftung nach Angaben Dünows jährlich mit rund drei Millionen Euro, damit sie die Branitzer Parklandschaft erhält und der Öffentlichkeit zugänglich macht.
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