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KI-Initiative in Cottbus eröffnet
Der Bund fördert das erste Modul mit 15 Millionen Euro.
In Cottbus ist am Montag, 14.09.2026, die Research and Innovation Factory AI & Microelectronics eröffnet worden. Die langfristig angelegte Forschungsinitiative verbindet Künstliche Intelligenz mit Mikroelektronik. Ihr erstes Modul AI-DISCO wird vom Bund mit 15 Millionen Euro aus dem Strukturstärkungsgesetz gefördert.
AI-DISCO läuft seit Februar 2026 und ist bis Anfang 2030 angelegt. Sieben Partner aus Forschung und Industrie entwickeln eine Plattform für energieeffiziente, verteilte KI-Verarbeitung. Die Federführung liegt beim IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik.
KI soll direkt in Sensoren arbeiten
Im Mittelpunkt stehen sogenannte Edge-Knoten. Diese sollen Daten direkt vor Ort verarbeiten, statt sie zunächst an ein entferntes Rechenzentrum zu senden. Die Forscher setzen dafür auf neuromorphe Schaltungen, die sich an Erkenntnissen der Neurobiologie orientieren.
Hinzu kommt das föderierte Lernen: Dabei trainiert eine Cloud die vernetzten Knoten vor, ohne sämtliche Daten zentral einzusammeln. Untersucht werden außerdem die Sicherheit und Ausfallsicherheit der verteilten Systeme. Da viele Knoten mit Batterien betrieben werden, spielt ein möglichst geringer Energieverbrauch eine zentrale Rolle.
Die Technik soll in mehreren Bereichen erprobt werden. Bei Wind- und Solaranlagen könnte räumlich verteilte Sensorik Abweichungen im Betrieb früher erkennen. Weitere Anwendungsfelder sind Industrie 4.0, Medizintechnik, Landwirtschaft, 6G-Kommunikation, Smart City und kritische Infrastruktur.
ABB verweist auf den möglichen Nutzen in der Automatisierung. Dort müssten Entscheidungen teilweise innerhalb von Sekundenbruchteilen fallen. Eine KI direkt in der Anlage könne Daten schneller auswerten als ein entferntes Rechenzentrum.
Neue Forschungspartner für Cottbus
Mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz kommen im Rahmen von AI-DISCO zwei Forschungseinrichtungen neu nach Cottbus. Die Initiative erweitert zugleich das Kooperationsnetzwerk am Lausitz Science Park und an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg.
Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle eröffnete die Initiative gemeinsam mit Gerhard Kahmen, wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer des IHP. Schüle bezeichnete die Verbindung von KI und Mikroelektronik als Beitrag zum Strukturwandel in der Lausitz. Nach Angaben Kahmens soll die R+I Factory zudem das Forschungsprofil des Standorts Cottbus stärken.
Am Verbund sind folgende Einrichtungen und Unternehmen beteiligt:
- IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik als Konsortialführer
- Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg
- Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
- Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS
- Leibniz-Institut für Neurobiologie
- ABB
- ENERTRAG
Die R+I Factory ist modular aufgebaut. Unter ihrem Dach sollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam an intelligenten Systemen sowie der dafür benötigten Hardware arbeiten. Weitere Forschungsmodule sollen schrittweise hinzukommen.
Foto: IHP GmbH / Frederic Schweizer
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