Rohbau für Leistungszentrum Schwarzheide steht
Der Bildungscampus für bis zu 740 Personen soll die Fachkräftesicherung unterstützen.
In Schwarzheide steht der Rohbau für das Leistungszentrum Lausitz. Stadt, Bauunternehmen und Projektpartner feierten am Donnerstag, 05.11.2026, Richtfest. Nach der Grundsteinlegung im November 2025 erreicht das Vorhaben damit die nächste Bauetappe. Nach Angaben der Projektverantwortlichen verlaufen die Arbeiten planmäßig.
Auf rund 18.000 Quadratmetern entsteht ein Bildungs- und Ausbildungscampus für bis zu 740 Personen. An einem Standort sollen verschiedene Angebote zur beruflichen Aus- und Weiterbildung gebündelt werden. Vorgesehen sind moderne Lehr- und Lernmethoden sowie eine technische Ausstattung, die sich an den Anforderungen der Industrie 4.0 orientiert. Ein Schwerpunkt soll auf Robotik liegen.
In das Leistungszentrum werden rund 140 Millionen Euro investiert. Der Bund fördert den Bau mit Mitteln aus dem Investitionsgesetz Kohleregion, das Land Brandenburg beteiligt sich an der Kofinanzierung. Bauherrin ist die Stadt Schwarzheide. Hentschke Bau aus Bautzen setzt das Projekt um.
Arbeitsstaatssekretärin Dr. Friederike Haase bezeichnet das Zentrum als wichtigen Baustein für den Strukturwandel:
„Hier entsteht ein hochmoderner Bildungscampus, auf dem der dringend benötigte Fachkräftenachwuchs für die Zukunft ausgebildet wird.“ Sie gehe davon aus, dass die Angebote junge Menschen und Beschäftigte aus der Region und darüber hinaus ansprechen werden.
Bürgermeister Christoph Schmidt verweist auf die schnellen technischen Veränderungen und die damit verbundenen Anforderungen an künftige Fachkräfte.
„Robotik ist dabei ein wesentlicher Lernschwerpunkt, auch auf Facharbeiterebene. Ich freue mich über den verzugslosen Bauablauf und das sehr engagierte Zusammenwirken aller Beteiligter“, erklärt Schmidt.
Künftiger Betreiber des Campus wird die TÜV Rheinland Akademie. Geschäftsführer Andreas Ollhoff sagt:
„Hier entstehen moderne Bedingungen für die Aus- und Weiterbildung, mit denen wir Unternehmen und Beschäftigte in der Region gezielt unterstützen können.“ Die Akademie wolle ihre Erfahrung in der beruflichen Qualifizierung einbringen und damit zur langfristigen Fachkräftesicherung beitragen.
Auch BASF Schwarzheide soll den Standort nutzen. Das Unternehmen wird nach Angaben von Arbeitsdirektorin und kaufmännischer Geschäftsführerin Anne Francken nicht nur Mieter, sondern auch Ausbilder in naturwissenschaftlichen Ausbildungsberufen. „In unmittelbarer Nähe zum Industriepark Lausitz entsteht damit ein wichtiger Baustein für die Fachkräftesicherung und die industrielle Zukunft der Lausitz“, erklärt Francken.
Landrat Alexander Erbert sieht das Leistungszentrum als Ergänzung zu den bestehenden Angeboten des Oberstufenzentrums Lausitz.
„Damit stärken wir die gesamte Bildungslandschaft im Landkreis und reagieren zugleich auf den konkreten Fachkräftebedarf unserer regionalen Unternehmen“, sagt er. Junge Menschen sollten attraktive berufliche Perspektiven direkt in der Lausitz erhalten.
Für Hentschke Bau ist das Leistungszentrum nach Aussage von Geschäftsführer Jörg Drews der größte Einzelauftrag in der mehr als 165-jährigen Unternehmensgeschichte. Beim Richtfest würdigten Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft außerdem die Arbeit der beteiligten Unternehmen, Architekten, Ingenieure und Handwerker. Den traditionellen Richtspruch sprach Polier Thomas Hempel.