Center Parcs: Wachstum als Rückenwind für Lausitz
Mehr Nachfrage trifft auf 300 Millionen Euro Plan fürs Seenland
Der Wachstumskurs von Center Parcs Deutschland könnte dem geplanten Ferienpark bei Lieske im Lausitzer Seenland Rückenwind geben. Besonders außerhalb der Schulferien steigt nach Unternehmensangaben die Nachfrage – eine Entwicklung, die zum geplanten Ganzjahresangebot passt. Zwischen Partwitzer und Sedlitzer See will der Betreiber etwa 300 Millionen Euro investieren.
Wachstum außerhalb der klassischen Ferienzeiten
In den sechs deutschen Ferienparks nahm die Zahl der vermieteten Unterkunftsnächte unter der Woche außerhalb der Schulferien im Geschäftsjahr 2025/26 nach Unternehmensangaben um rund 13 Prozent zu. Deutschland-Geschäftsführer Frank Daemen sieht darin wachsendes Interesse über den traditionellen Familienurlaub während der Schulferien hinaus.
Insgesamt stiegen die vermieteten Unterkunftsnächte gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent, der Mietumsatz um 5,6 Prozent. Die durchschnittliche Auslastung erreichte 80,8 Prozent. Damit lagen die bestehenden deutschen Parks über den rund 75 Prozent, die für das Lausitzer Vorhaben angestrebt werden. Die Werte beschreiben unterschiedliche Standorte, zeigen aber den wirtschaftlichen Hintergrund der Erweiterungspläne.
Zugleich investiert Center Parcs in bestehende Anlagen: Im Park Eifel kamen 30 VIP-Ferienhäuser hinzu. Im Park Allgäu soll Anfang November 2026 die schrittweise Renovierung aller 1.000 Ferienhäuser beginnen und rund zweieinhalb Jahre dauern.
Ganzjahreskonzept für 500 bis 700 Ferienhäuser
Bei Lieske im Landkreis Oberspreewald-Lausitz sollen auf etwa 90 Hektar 500 bis 700 Ferienhäuser entstehen. Nach Angaben des Brandenburger Wirtschaftsministeriums sollen ein Erlebnisbad sowie Einkaufs-, Erlebnis- und Sportmöglichkeiten für Familien die ganzjährige Nutzung ermöglichen. Angestrebt werden 800.000 Übernachtungen jährlich. Die zunehmende Nachfrage jenseits der Schulferien passt damit zu einem wesentlichen Bestandteil des Konzepts.
Der offizielle Projektstart fand am 21. September 2026 mit zwei öffentlichen Veranstaltungen statt. Unternehmensvertreter präsentierten die Pläne in der Versammlung des Zweckverbands Lausitzer Seenland; am Abend wurden die Einwohner von Lieske informiert.
Land erwartet wirtschaftliche Impulse
Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) zählt den Ferienpark zu den größten touristischen Entwicklungsvorhaben des Landes. Die Landesregierung erwartet laut Klement deutliche Impulse für Beschäftigung und Wertschöpfung. Staatssekretär Hendrik Fischer zufolge unterstützt das Land das Vorhaben seit dem ersten Unternehmenskontakt vor fünf Jahren.
Für 2026 und 2027 sind zunächst Machbarkeitsstudien sowie Raumverträglichkeits- und Umweltprüfungen vorgesehen, die voraussichtlich bis 2028 abgeschlossen sein sollen. Anschließend sollen das Parkkonzept ausgearbeitet und Bauanträge vorbereitet werden. Center Parcs erklärt, beim touristischen Ausbau Ressourcen und Umwelt schonen zu wollen.
Für die reine Planungsphase veranschlagt das Unternehmen fünf bis sechs Jahre, für den Bau etwa eineinhalb bis zwei Jahre.