Wächst Lausitzer Seenland mit Bundesförderung weiter?!
9,7 Prozent mehr Übernachtungen treffen auf neue Bundesförderung
Das Lausitzer Seenland erhält 1,2 Millionen Euro Bundesförderung für seine länderübergreifende touristische Entwicklung. Das vierjährige Projekt trifft auf eine bereits wachsende Nachfrage: Von Januar bis Juli 2026 verzeichnete das im Brandenburger Faktenblatt erfasste Seenland 439.000 Übernachtungen, 9,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Brandenburg insgesamt verlor dagegen 1,8 Prozent.
Gemeinsame Strategie für zwei Bundesländer
Der Tourismusverband Lausitzer Seenland e. V. hat das Projekt „Länderübergreifende Destinationsentwicklung des Lausitzer Seenlandes“ gestartet. Der offizielle Auftakt findet am 26. November 2026 statt. Ziel des Verbandes ist, die Urlaubsregion in Sachsen und Brandenburg gemeinsam weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit der touristischen Akteure zu stärken.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stellt die Förderung über das Programm STARK bereit. Insgesamt stehen rund 1,4 Millionen Euro zur Verfügung. Der Tourismusverband beteiligt sich mit einem Eigenanteil von 200 Tausend Euro. Mit dem Projekt will er langfristig die touristische Wertschöpfung und die Bekanntheit der Region steigern.
Wachstum schon vor dem Projektauftakt
Die positive Entwicklung hebt das Seenland von benachbarten Reisegebieten ab. Während seine Übernachtungszahlen in den ersten sieben Monaten stiegen, verzeichnete der Spreewald einen Rückgang um 3,4 Prozent auf 1,168 Millionen. Im Elbe-Elster-Land sank die Zahl um 1,4 Prozent auf 140.000. Landesweit wurden 8,03 Millionen Übernachtungen gezählt.
Geschäftsführerin Kathrin Winkler berichtet für den Brandenburger Teil des Seenlandes außerdem von 8,2 Prozent mehr Übernachtungen im Juli und 3,5 Prozent im August gegenüber dem Vorjahr. Das Interesse nach der Eröffnung des Seenverbundes im Juni habe die Erwartungen des Verbandes übertroffen. Winkler verbindet mit dem Projekt das Ziel, die positive Entwicklung über einen Sommer hinaus zu verstetigen.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus zeigt der landesweite Blick: Für 2025 weist das Brandenburger Faktenblatt 5,46 Milliarden Euro touristischen Bruttoumsatz aus. Davon entfielen 2,72 Milliarden Euro auf Tagesreisen. Die Ausgaben kamen Gastgewerbe, Einzelhandel und Dienstleistungen zugute.
Einwohner und Wirtschaft sollen mitreden
Zum Projektbeginn soll eine Marktforschung untersuchen, wie bekannt das Lausitzer Seenland ist, welches Bild Gäste davon haben und wie Bevölkerung und Wirtschaft die bisherige Entwicklung bewerten. Erste Ergebnisse werden voraussichtlich im Sommer 2027 vorliegen. Darauf soll eine Strategie mit gemeinsamen Entwicklungszielen, Handlungsempfehlungen und Kommunikationsmaßnahmen aufbauen.
Workshops, Arbeitskreise, Befragungen und Netzwerktreffen sollen unterschiedliche Interessen zusammenführen. Projektkoordinatorin Sarah Brunne setzt dabei auf den Dialog mit Kommunen, Tourismusakteuren, Vereinen, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern.
Der Verband will die weitere touristische Entwicklung dabei mit den Bedürfnissen der einheimischen Bevölkerung und den Lebensbedingungen vor Ort in Einklang bringen.