Meerrettich-Ernte im Spreewald
Trockenheit belastet den Anbau auf rund zehn Hektar.
Im Spreewald beginnt die Ernte des regionalen Meerrettichs. Auf insgesamt rund zehn Hektar bauen vier Betriebe die scharfe Wurzel an. Erwartet wird eine Erntemenge von etwa 100 Tonnen.
Auf einem Feld im Lübbenauer Ortsteil Ragow bewirtschaftet der Gemüsebaubetrieb Spreewald von Marcel Mich rund fünf Hektar und damit etwa die Hälfte der gesamten Anbaufläche. Die dünnen Stecklinge, im Spreewald auch Schwiegatze genannt, kamen im April schräg in den Boden. Trotz zu geringer Niederschläge sind daraus erntereife Wurzeln gewachsen.
Der Spreewaldverein als Träger der Schutzgemeinschaft „Spreewälder Meerrettich“ informierte am Donnerstag, 05.11.2026, bei einem Pressegespräch auf dem Feld über die Ernte. Nach Angaben von Reinhard Mich, Seniorchef des Gemüsebaubetriebs, war die anhaltende Trockenheit ungünstig für die Entwicklung des Meerrettichs. Fehlender Regen und bis in die Tiefe ausgetrocknete Böden erschwerten zunehmend den Anbau von Gemüse wie Spargel und Meerrettich.
Der Meerrettichanbau hat bei der Familie Mich eine lange Tradition. Bereits der Großvater baute die Wurzeln an. Der Gemüsebaubetrieb nahm die Produktion 1992 auf und bewirtschaftete zwischenzeitlich 15 Hektar.
Neben dem Betrieb in Klein Radden bauen drei weitere Unternehmen Spreewälder Meerrettich an. Die kleinste Fläche bewirtschaftet die Agrargenossenschaft Unterspreewald in Dürrenhofe mit 0,15 Hektar. Der Anbau und die Ernte sind mit viel Handarbeit verbunden. Nach dem Putzen und Sortieren gehen die Wurzeln an zwei Verarbeitungsbetriebe.
Markus Belaschk, Geschäftsführer der Firma SpreewaldRabe, erklärte, dass Wurzeln als besonders begehrte A-Ware gelten, wenn ihr Durchmesser im oberen Drittel mehr als 25 Millimeter beträgt. Mit zunehmender Dicke steigen demnach Qualität und Schärfe.
Die beiden Verarbeitungsbetriebe bieten jeweils zehn Varianten im Glas an. Dazu gehören Meerrettich pur oder mit Sahne sowie Kombinationen mit Apfel, Preiselbeere oder Ingwer. In der Spreewälder Küche wird die Wurzel unter anderem für Rindfleisch, Fischgerichte und Spreewälder Gurkensülze verwendet. Meerrettich enthält unter anderem Senföle und Vitamin C.
Seit 1999 geschützt
Seit 1999 trägt Spreewälder Meerrettich das blau-gelbe EU-Siegel als geschützte geografische Angabe, kurz g.g.A. Verbraucher können daran erkennen, dass es sich um ein Erzeugnis mit regionaler Herkunft handelt.
Die Dachmarke „Spreewald“ ist ein zusätzliches freiwilliges Zeichen des Spreewaldvereins für geprüfte Qualität und Herkunft. Zur Schutzgemeinschaft gehören vier Erzeugerbetriebe und zwei Verarbeiter:
- Gemüsebetrieb Dirk Richter in Klein Klessow
- Gemüsebaubetrieb Spreewald von Marcel Mich in Klein Radden
- Gurkenhof Frehn in Schöneiche
- Agrargenossenschaft Unterspreewald in Dürrenhofe
- RABE Spreewälder Konserven in Boblitz
- Meerrettichreiberei Koal in Lehde