L.o Redaktion | Landkreis Dahme-Spreewald
Dahme-Spreewald plant Kinderhilfen
Rund 5.800 Kinder unter 14 Jahren gelten als betroffen.
Der Landkreis Dahme-Spreewald entwickelt ein kommunales Gesamtkonzept für Kinder aus Familien mit Suchterkrankungen oder psychischen Belastungen. Nach den vorliegenden Schätzungen wächst jedes fünfte Kind im Landkreis in einer betroffenen Familie auf. Das entspricht rund 5.800 Kindern unter 14 Jahren.
Mit dem Konzept will der Landkreis vorhandene Hilfen besser vernetzen, Versorgungslücken erkennen und Familien früher erreichen. Dahme-Spreewald ist die erste von drei Pilotkommunen in Brandenburg. Das Vorhaben gehört zum Projekt selbstbestimmt der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen und wird von der Auridis Stiftung gefördert.
Bei der Auftaktveranstaltung am Montag, 12.10.2026, kamen 80 Vertreter verschiedener Fachbereiche und Institutionen im Funkerbergsaal in Königs Wusterhausen zusammen. Gesundheitskoordinatorin und Projektkoordinatorin Elisa Florstedt führte durch das Programm. Vorgestellt wurden der bisherige Projektverlauf, Präventionsprogramme und Möglichkeiten, betroffene Kinder zu stärken.
Landrat Sven Herzberger verwies auf die gemeinsame Verantwortung der beteiligten Stellen. „Dass wir hier heute aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammengekommen sind, ist bereits ein wichtiges Zeichen. Denn dieses Thema lässt sich nicht von einer einzelnen Stelle, einem einzelnen Amt oder einem einzelnen Hilfesystem lösen“, erklärte Herzberger.
Auch Andrea Hardeling, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen, hob die Bedeutung verbindlicher Netzwerke hervor: „Kommunale Gesamtkonzepte helfen, Unterstützungsangebote besser zu vernetzen und die Bedürfnisse betroffener Kinder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Dass der Landkreis Dahme-Spreewald als erste von drei Pilotkommunen in Brandenburg diesen Weg geht, ist ein wichtiger Schritt.“
Jugendamt und Gesundheitsamt sollen enger zusammenarbeiten. Bestehende Strukturen und Kompetenzen sollen verbunden und Zuständigkeitsgrenzen überwunden werden. Nach Angaben des Landkreises fehlt Betroffenen und teilweise auch Fachkräften bislang der Überblick darüber, welche Hilfen vorhanden und wie sie erreichbar sind.
Das Gesamtkonzept soll deshalb Informationen schneller zugänglich machen, passende Anlaufstellen vermitteln und dauerhaft verbindliche Strukturen schaffen. Eine Grundlage bilden die bestehenden Angebote in der Kinder- und Jugendhilfe, im Gesundheitswesen, in der Suchtberatung, in der psychosozialen Versorgung sowie in Schulen und weiteren Einrichtungen. Auch zwei Werkstattgespräche im Jahr 2024 fließen in die Arbeit ein.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Qualifizierung von Lehrern, Erziehern sowie Mitarbeitern aus Jugendhilfe, Gesundheitswesen und anderen Arbeitsfeldern. Sie sollen Belastungsanzeichen besser erkennen, schwierige Themen sensibel ansprechen und geeignete Hilfen vermitteln können.
Zugleich will der Landkreis das öffentliche Bewusstsein für die Situation der Kinder stärken. Psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen sollen offen und ohne Stigmatisierung angesprochen werden. Digitale Informations- und Hilfsangebote sollen persönliche Beratung ergänzen und jungen Menschen einen niedrigschwelligen Zugang ermöglichen.
Das Konzept soll über einzelne Projekte hinausreichen. Geplant ist, Prävention dauerhaft zu verankern, die Zusammenarbeit langfristig abzusichern und erfolgreiche Ansätze so zu verstetigen, dass sie betroffenen Kindern und Familien zugutekommen.
Foto: KI generiert
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