L.o Redaktion | Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Stiftung Stift Neuzelle wird 30
Norbert Kannowsky geht, Mario Quast übernimmt 2027.
Die Stiftung Stift Neuzelle hat mit einem Festakt ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. Im Beisein von Kulturstaatssekretär Tobias Dünow und geladenen Gästen wurde zugleich der langjährige Geschäftsführer Norbert Kannowsky in den Ruhestand verabschiedet. Im Januar 2027 übernimmt Mario Quast die Geschäftsführung.
Die Stiftung wurde 1996 vom Land Brandenburg gegründet. Ihre Aufgabe ist es, die denkmalgeschützte Klosteranlage wiederherzustellen, zu bewirtschaften, für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und das historische sowie kulturelle Erbe des ehemaligen Zisterzienserklosters zu bewahren.
Ministerpräsident Dietmar Woidke würdigte die Arbeit der vergangenen drei Jahrzehnte: „Das Kloster Neuzelle ist ein wahrer Schatz unseres Landes Brandenburg – ein Ort von herausragender kultureller, geistlicher, touristischer und bildungspolitischer Bedeutung. Seit drei Jahrzehnten setzt sich die Stiftung Stift Neuzelle dafür ein, die barocken Klosteranlagen zu bewahren, zu restaurieren und mit neuem Leben zu erfüllen.“ Zugleich dankte er Norbert Kannowsky für dessen mehr als 20-jähriges Wirken und wünschte Mario Quast für die neue Aufgabe Erfolg.
Kulturstaatssekretär Tobias Dünow erinnerte beim Festakt an die wechselvolle Geschichte Neuzelles. Nach seinen Worten trägt der stiftungseigene Wald wirtschaftlich zum Erhalt der barocken Anlage bei. „Denn Denkmalpflege ist eine Daueraufgabe, und Daueraufgaben brauchen dauerhafte Grundlagen“, sagte Dünow.
In den vergangenen 30 Jahren wurde das Klosterensemble umfassend saniert und restauriert. Die Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab werden im Museum Himmlisches Theater gezeigt, das dafür in den Weinberg gebaut wurde. Der Klostergarten entstand auf Grundlage der Pläne des Neuzeller Stiftsatlas von 1758 erneut in barocker Gestaltung.
Auch die Orangerie wurde wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt und dient zusätzlich als Veranstaltungsort, Gastronomie und Trauraum. Im Kreuzgang wurden mittelalterliche Fresken und gotische Bauteile freigelegt und gesichert. Der Fürstenflügel wurde restauriert. Zum Ensemble gehören außerdem die beiden Kirchen.
Norbert Kannowsky blickte bei seiner Verabschiedung auf mehr als zwei Jahrzehnte an der Spitze der Stiftung zurück: „Mehr als 20 Jahre lang durfte ich als Geschäftsführer der Stiftung Stift Neuzelle gemeinsam mit meinem Team für den Erhalt und die Fortentwicklung des Klosters Neuzelle arbeiten.“ Er dankte den Wegbegleitern, Partnern und Mitarbeitern der Stiftung.
Als Zeichen der Wertschätzung überreichten die Mitarbeiter Kannowsky einen Aprikosenbaum. Er soll einen Platz im Klostergarten erhalten. Unter Kannowskys Leitung wurden unter anderem die Klosteranlage und der Barockgarten restauriert, die Museen entwickelt und der Forstbetrieb geführt.
Sein Nachfolger Mario Quast stammt aus Guben und hat nach eigenen Worten die Veränderungen der Klosteranlage über drei Jahrzehnte verfolgt. „Die Stiftung ist sowohl eine wichtige Kulturinstitution im Land Brandenburg, aber auch gleichzeitig ein Wirtschaftsunternehmen, das auf eigene Einnahmen aus der Forstbewirtschaftung der Stiftswälder sowie aus Vermietung und Verpachtung angewiesen ist“, erklärte Quast. Die Herausforderungen seien groß und vielfältig. Ab Januar 2027 wolle er die weitere Entwicklung gemeinsam mit dem Team gestalten.
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