Schülerideen für Bischofswerda
Calisthenics-Park und Schulhof sollen konkret werden.
Schüler der achten Klassen der Oberschule Bischofswerda haben eigene Vorschläge für die Stadt entwickelt und mit Oberbürgermeister Prof. Dr. Holm Große beraten. Im Mittelpunkt stehen ein Calisthenics-Park, die weitere Gestaltung des Schulhofs und ein rund um die Uhr verfügbares Einkaufsangebot. Zwei Beschlüsse wurden einstimmig gefasst.
Die Jugendlichen stellten ihre ausgewählten Anträge und Anfragen am Donnerstag, 29.10.2026, von 9 bis 12 Uhr im Rathaus vor. Dort besprachen sie mit dem Oberbürgermeister, wie ihre Ideen weiterverfolgt werden können.
Für den geplanten Calisthenics-Park sollen die Schüler gemeinsam mit Fachleuten konkrete Vorstellungen zu den gewünschten Elementen und zur Finanzierung erarbeiten. Der Oberbürgermeister sagte Unterstützung bei der Suche nach einem Standort und beim Einwerben von Spenden zu. Vor einer Umsetzung müssen zudem die Zuständigkeiten für Pflege und Wartung geklärt werden.
Auch die Umgestaltung des Schulhofs soll weitergehen. Der Schülerrat hat bereits Konzepte erarbeitet, die der Stadt vorliegen. Nun soll er festlegen, welche konkreten und umsetzbaren Maßnahmen Vorrang haben. Spendengelder, die vor etwa drei Jahren gesammelt wurden, hält der Förderverein der Oberschule für Vorhaben der Schülerschaft bereit.
Die Stadt hat die Gestaltung des Außengeländes am Schulstandort Kirchstraße mit Ober- und Grundschule bereits in das Fördergebiet „Stadtmitte Schiebock“ aufgenommen. Die erforderlichen Fördermittel sind beantragt. Der Oberbürgermeister will sich für die zeitnahe Beauftragung eines Fachplaners mit der Genehmigungsplanung einsetzen. Außerdem soll das Projekt im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten in die städtische Haushaltsplanung 2027/2028 aufgenommen werden.
Beim vorgeschlagenen 24-Stunden-Shop wurde deutlich, dass ein privater Betreiber für die Umsetzung nötig wäre. Die Stadt kann dabei als Vermittlerin unterstützen.
Grundlage der Vorschläge war ein dreitägiges Kommunalprojekt von Mittwoch, 07.10.2026, bis Freitag, 09.10.2026. Die Gemeinschaftskundelehrer der Oberschule Bischofswerda hatten es geplant, organisiert und begleitet. Die Schüler sollten kommunalpolitische Abläufe kennenlernen, eigene Ideen entwickeln und Mitbestimmung praktisch erproben.
Zum Auftakt erkundeten die Jugendlichen Bischofswerda bei einem Stadtrundgang. Dabei besichtigten sie unter anderem den Gewerbepark am Drebnitzer Weg und sammelten Beobachtungen zu möglichen Verbesserungen in der Stadt.
Am zweiten Tag arbeiteten die Gruppen ihre Ideen aus. Unterstützt wurden sie von den Stadträten Dr. Grüber und Fichte sowie vom stellvertretenden Oberbürgermeister Saring. Sie beantworteten Fragen und erläuterten kommunalpolitische Abläufe.
Die Vorschläge reichten von einem möglichen Einkaufszentrum und einem neuen Stadtpark vor dem Sporthotel bis zur Aufwertung von Spielplätzen. Weitere Gruppen befassten sich mit den Sitzplatztribünen im Stadion Wesenitzpark, dem Kulturhaus, Bushaltestellen, den ehemaligen Lehrlingswohnheimen, der Sicherheit in der Stadt und der Entschlammung von Anglerteichen.
Am dritten Projekttag präsentierten die Gruppen ihre Anträge und Anfragen in der Aula. Schüler der achten Klassen und Mitglieder des Schülerrates wählten anschließend die drei überzeugendsten Vorschläge aus.
Die Stadtverwaltung beantwortete zudem drei Anfragen zur Pflege oder möglichen Übernahme städtischer Gewässer, zu einer stärkeren Polizeipräsenz und zur Müllentsorgung. Die Jugendlichen schlugen vor, Mülleimer auffälliger mit den Farben oder dem Wappen der Stadt zu gestalten.
Lehrer und Schüler bewerteten das Kommunalprojekt positiv. Hervorgehoben wurden die Mitarbeit der Gruppen, die klassenübergreifende Zusammenarbeit, der direkte Einblick in die Kommunalpolitik und die Unterstützung durch die Stadträte. Die ausgewählten Vorschläge sollen nun gemeinsam mit dem Schülerrat, der Stadtverwaltung und dem Oberbürgermeister weiter konkretisiert werden.