Atommüll: Lausitz raus, Brandenburg weiter dabei
Endlagersuche auf unter fünf Prozent Deutschlands eingegrenzt
Die Lausitz kommt für ein Endlager für hoch radioaktive Abfälle nicht mehr infrage. Während sowohl der sächsische als auch der brandenburgische Teil ausgeschieden sind, prüft die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) aber weiterhin kleinere Salzgebiete in anderen Teilen Brandenburgs weiter. Bundesweit umfasst die weitere Untersuchung inzwischen weniger als fünf Prozent der Fläche.
Brandenburg bleibt mit Salzgebieten im Verfahren
Nach dem am Dienstag vorgestellten Arbeitsstand werden neben Sachsen auch Berlin und Hessen nicht weiter untersucht. Rheinland-Pfalz und das Saarland waren bereits zuvor ausgeschieden. Für die Lausitz ist das Ergebnis: Auf beiden Seiten der Landesgrenze werden keine Gebiete mehr als mögliche Endlagerstandorte weiterbearbeitet.
In Brandenburg richtet sich die Prüfung aber weiterhin auf kleinere Steinsalzgebiete in flacher und steiler Lagerung. Sie liegen in den Landkreisen Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald, Potsdam-Mittelmark, Prignitz sowie Ostprignitz-Ruppin. Bei diesen Salzstrukturen untersucht die BGE unter anderem die Mächtigkeit, die Tiefe und den gleichmäßigen Aufbau des Gesteins. Die weitere Betrachtung ist noch keine Standortentscheidung.
Suchfläche seit 2025 deutlich verkleinert
Die aktuelle Endlagersuche läuft seit 2017. Von zunächst 90 Teilgebieten, die rund 54 Prozent der Bundesfläche umfassten, wurden schrittweise weitere Flächen ausgeschlossen. 2025 waren noch etwa 25 Prozent in der Prüfung, inzwischen sind es weniger als fünf Prozent. Verbliebene Gebiete liegen in Süd- und Ostdeutschland sowie im Norden und Nordwesten.
2027 will die BGE „eine bis zwei Handvoll“ Standortregionen benennen, die anschließend bergmännisch untersucht werden sollen. Geschäftsführerin Iris Graffunder rechnet spätestens bis Mitte dieses Jahrhunderts mit einer endgültigen Entscheidung über den Endlagerstandort.
Geologische Sicherheit entscheidet über die Auswahl
Bei jedem Prüfschritt steigen die Sicherheitsanforderungen. Gebiete, die eine Hürde nicht überwinden, scheiden aus. Nach Angaben des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung kommen beschädigte oder gefährdete Untergründe nicht infrage. Dazu zählen Bergbaugebiete sowie Gegenden mit früherer vulkanischer Aktivität oder Erdbebengefahr. Die Nähe zu Ballungszentren wird erst später berücksichtigt.
Auch Wasserpfade sind entscheidend: Radioaktive Stoffe dürfen darüber nicht an die Erdoberfläche gelangen. Das Gestein soll zudem die Wärme der Abfälle gut ableiten. Vorgesehen ist eine mindestens 300 Meter mächtige Gesteinsschicht zwischen Endlager und Erdoberfläche.
Derzeit lagern rund 27.000 Kubikmeter hoch radioaktiver Abfälle in 16 oberirdischen Zwischenlagern; das gesuchte Endlager soll sie tief im Untergrund für eine Million Jahre möglichst sicher einschließen.