L.o Redaktion | Fraunhofer IEG
Lausitz: Energieforschung soll Jobs schaffen
Das EIZ in Cottbus erhält Förderung für weitere fünf Jahre
Das Energie-Innovationszentrum (EIZ) in Cottbus startet in seine zweite fünfjährige Förderphase. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat dafür Förderbescheide über rund 50 Millionen Euro erteilt. Neben der Grundlagenforschung soll die Entwicklung marktfähiger Technologien stärker vorangetrieben werden. Ziel des Zentrums sind neue Unternehmen und Arbeitsplätze in der Lausitz.
Wärmenetze sollen vorausschauend arbeiten
Als Konsortialpartner entwickelt das Fraunhofer IEG Konzepte, mit denen sich Wärmenetze vorausschauend an Wärmebedarf und Witterung anpassen lassen. Für Wärmepumpen in Gebäuden entstehen Regelungsalgorithmen, die einen flexibleren und stromnetzdienlichen Betrieb ermöglichen sollen. Erprobt werden die Ansätze gemeinsam mit dem assoziierten Partner Viessmann und dem Wärmenetzbetreiber EWE Netz GmbH.
Dr. Anton Plietzsch vom Fraunhofer IEG sieht in der Betriebsführung einen entscheidenden Ansatz für die Wärmewende. Intelligente Regelung könne die Wärmeversorgung effizienter, zuverlässiger und günstiger machen – sowohl in einzelnen Gebäuden als auch in Städten. Die Forschung richtet sich damit neben der eingesetzten Technik auf deren Betrieb im Alltag.
Strom, Wärme und Verkehr gemeinsam erforschen
Seit der Gründung 2022 arbeiten am EIZ **mehr als 100 Wissenschaftler*innen aus über 20 Nationen** in fünf eng vernetzten Laboren. Sie untersuchen, wie sich Strom, Wärme und Verkehr koppeln lassen. Überschüssiger Wind- und Solarstrom soll beispielsweise zum Heizen, zum Laden von Elektrofahrzeugen oder zur Herstellung von Wasserstoff genutzt werden können, statt ihn abzuregeln.
Die Laborinfrastruktur wurde in der ersten Förderphase mit Unterstützung des Landes Brandenburg aufgebaut. In der zweiten Phase entwickelt das Zentrum gemeinsam mit 19 Partnereinrichtungen Demonstratoren und marktfähige Lösungen für die Lausitz. Die Partner aus Wirtschaft und Forschung bringen rund 4,7 Millionen Euro eigene Mittel ein. Zum Netzwerk gehören unter anderem 50Hertz, LEAG und die EWE Netz GmbH.
Förderung soll wirtschaftliche Perspektiven eröffnen
In den ersten vier Jahren entstanden am Zentrum über 90 neue Vollzeitstellen. Die Transfer- und Gründungsinitiative EIZ SPARK unterstützt Forschende und Gründungsinteressierte dabei, Ergebnisse in Anwendungen und Geschäftsmodelle für die Energiewirtschaft und -technik zu überführen.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär verbindet die Förderung im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes mit neuen wirtschaftlichen Perspektiven für die bisher vom Kohlesektor geprägte Region. Forschung und Innovation sollen nach ihrer Darstellung Voraussetzungen für Unternehmen, qualifizierte Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung schaffen. Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle setzt ebenfalls auf Arbeitsplätze durch Energieforschung.
Getragen wird das EIZ von der BTU Cottbus-Senftenberg. Im entstehenden Lausitz Science Park verantwortet es gemeinsam mit dem Fraunhofer IEG den Bereich Energiesysteme.
Foto: Fraunhofer IEG, Küpper
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