Kehren die Elche dauerhaft in die Lausitz zurück?
Michael Striese spricht am 27. Oktober im Senckenberg Museum
Elche ziehen regelmäßig durch die Oberlausitz. Ob sie hier wieder dauerhaft heimisch werden können, ist Thema eines Vortrags am 27. Oktober 2026 um 19:30 Uhr im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz. Der Biologe und Elchspezialist Michael Striese aus Rietschen stellt aktuelle Nachweise vor und erläutert die Wanderbewegungen der größten Hirschart.
Von der Oberlausitz bis ins Wendland
Striese dokumentiert Elchbeobachtungen in Sachsen und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den großen Wildtieren der Region. In Görlitz geht er der Frage nach, woher die Tiere kommen, welche Wege sie nehmen und weshalb die meisten nur vorübergehend bleiben. Die aus Polen und Tschechien einwandernden Elche legen mitunter mehrere Hundert Kilometer zurück.
Im vergangenen Jahr wanderte bspw. die Elchkuh „Elwira“ über Rietschen und Kreba durch die Oberlausitz und wurde anschließend in weiteren Regionen Sachsens beobachtet. Die jüngsten Nachweise reichen deutlich darüber hinaus: Im September 2026 wurde ein junger Elchbulle im niedersächsischen Wendland festgestellt. Anfang Oktober tauchte ein Elch sogar an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns auf.
Geeignete Lebensräume und gefährliche Verkehrswege
Das Senckenberg Museum bewertet die Voraussetzungen für eine Rückkehr als günstig. In Polen haben sich die Bestände in den vergangenen Jahrzehnten deutlich erholt. Ausgedehnte Wälder, Feuchtgebiete und ein reichliches Nahrungsangebot bieten auch in Ostdeutschland geeignete Lebensräume. Straßen und andere Verkehrswege erschweren jedoch die Wanderungen. Ob aus einzelnen durchziehenden Tieren eine heimische Population entstehen kann, gehört deshalb zu den zentralen Fragen des Vortrags.
Dass einzelne Elche dauerhaft bleiben können, zeigt „Bert“. Der Bulle lebte seit 2018 in Brandenburg und hatte sich im Naturpark Nuthe-Nieplitz südlich von Berlin angesiedelt. Wissenschaftler der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde verfolgten seine Bewegungen mithilfe von GPS-Sendern. Dadurch gewannen sie Erkenntnisse über das Leben von Elchen in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft. Im September 2026 starb der zehnjährige Bulle an schweren inneren Verletzungen.
Vortrag im Seminarraum des Museums
Die Veranstaltung trägt den Titel „Neue Erkenntnisse zum Vorkommen des Elchs in Deutschland“. Sie findet am Dienstag im Seminarraum des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz statt. Die Adresse lautet Am Museum 1, 02826 Görlitz.
Der Eintritt kostet 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Mittelpunkt stehen sowohl die aktuellen Beobachtungen als auch die Frage, welche Chancen eine dauerhafte Ansiedlung in Sachsen hat.
Striese verbindet dabei die dokumentierten Wanderungen mit dem Blick auf mögliche künftige Vorkommen in der Oberlausitz.