L.o Redaktion | Stadt Cottbus
Cottbus plant mehr Mittel für Familien
Verdopplung des pädagogischen Fachpersonals beabsichtigt
Die Stadtverwaltung Cottbus/Chóśebuz will 2027 eine Million Euro innerhalb des bestehenden Haushalts zugunsten der Familienförderung neu verteilen. Damit sollen insgesamt rund 18 Stellen pädagogischen Fachpersonals ermöglicht werden. Bislang werden ca. neun Stellen gefördert. Der Vorschlag soll Familien frühzeitiger erreichen und Unterschiede zwischen den Sozialräumen verringern. Beschlossen ist die Finanzierung noch nicht.
Bisher wird rund ein Drittel des Bedarfs gedeckt
Grundlage der Planung ist der Teilfachplan Familienförderung. Er ermittelt den Bedarf an pädagogischem Personal in den Sozialräumen der Stadt. Im Jahr 2026 erhalten sechs Projekte der freien Jugendhilfe Förderung für insgesamt ca. neun Stellen. Das entspricht laut Stadtverwaltung rund 34,5 Prozent des ermittelten Bedarfs.
Die Versorgung unterscheidet sich deutlich: In Cottbus-Mitte liegt die Bedarfsdeckung bei 49,8 Prozent, in Cottbus-Ost bei knapp 24 Prozent. Mit der geplanten Ausstattung soll sie 2027 in den Sozialräumen auf jeweils etwa 70 Prozent steigen. Auch damit wäre der ermittelte Bedarf noch nicht vollständig gedeckt.
Frühe Unterstützung soll spätere Hilfen begrenzen
Den stärkeren Schwerpunkt auf Prävention hat die Stadt nach eigenen Angaben bereits 2025 eingeleitet. Zur Familienförderung gehören Frühe Hilfen, Familienbildung, Beratung und gemeinsame Freizeitaktivitäten. Die Angebote sind freiwillig und niedrigschwellig. Sie sollen Eltern bei Erziehungsfragen unterstützen, familiäre Beziehungen stärken und die Entwicklung von Kindern fördern.
Die Verwaltung verbindet damit auch ein wirtschaftliches Ziel: Frühzeitige Unterstützung soll langfristig den Bedarf an intensiveren und kostenaufwendigeren Hilfen zur Erziehung reduzieren. Eine kurzfristige Entlastung ist jedoch nicht garantiert.
Haushaltsbeschluss steht noch aus
Oberbürgermeister Tobias Schick unterstützt die geplante Verdoppelung der Stellen bei den Trägern in den Ortsteilen. Zugleich verweist er auf begrenzte Haushaltsmittel. Die zusätzliche Ausstattung soll durch eine Neuverteilung im bestehenden finanziellen Rahmen entstehen.
Familienzentren und weitere Angebote bestehen in allen fünf Planungsräumen. Genannt werden unter anderem Hopfengarten, Carpe Diem Family, das Familienzentrum der Caritas und das Familienzentrum Ströbitz im „Haus Jule“. Das Familienhaus Cottbus bietet zudem einen Eltern-Kind-Treff in Mitte und Ost an.
Der Vorschlag wird dem Jugendhilfeausschuss am 15. Oktober 2026 zur Beschlussfassung vorgelegt; die abschließende haushalterische Entscheidung trifft die Stadtverordnetenversammlung mit dem Haushalt 2027.
Foto: Caroline Zimmer, Caritas
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