Industriebrache in Weißwasser wird Gewerbegebiet
Knapp drei Millionen Euro für Straßenbau und Leitungsnetze für Strabag
Der Umbau der Gelsdorfhütte in Weißwasser zum Gewerbegebiet kommt voran: Der Stadtrat hat am 28. Oktober 2026 Bauleistungen für Straßen und Leitungsnetze an Strabag vergeben. Der Auftrag umfasst knapp drei Millionen Euro. Die Erschließung gehört zu einem Strukturwandelprojekt, das neue Unternehmensflächen mit dem Erhalt der historischen Glashütte verbinden soll. Das weitergehende Quartierskonzept sieht außerdem eine Behörde und Wohnangebote vor.
Straßen und Leitungen für die neue Nutzung
Mit der Vergabe folgt auf die öffentliche Ausschreibung der nächste Schritt zur Erschließung des innerstädtischen Areals. Die Stadt hatte die Ausschreibung am 07. August 2026 bekannt gemacht. Geplant sind eine neue Erschließungsstraße, Nebenanlagen und die medientechnische Erschließung. Die Verkehrsflächen bilden nach Angaben der Stadt die Voraussetzung dafür, das Gelände als Gewerbegebiet zu erschließen.
Der Abbruch alter Bestandsanlagen war laut Stadt bereits im August erfolgt. Nun soll das Gebiet durch die Tiefbauarbeiten neu geordnet werden. Die Stadt verbindet mit dem Vorhaben das Ziel, den Wirtschaftsstandort Weißwasser und die Lausitz im Strukturwandel zu stärken. Der jetzt vergebene Auftrag betrifft die bauliche Infrastruktur für diese weitere Entwicklung.
Fördermittel tragen den Großteil der Kosten
Das gesamte Projekt hat ein Budget von zwölfeinhalb Millionen Euro und wird zu über 97 Prozent durch Fördergelder finanziert. Der Straßen- und Leitungsbau ist damit ein Teil eines umfassenderen Vorhabens. Zur Investition gehören laut Sächsischer Agentur für Strukturentwicklung auch Grunderwerb, Nebenkosten, Altlastenbeprobung, Bodenaushub und Entsorgung.
Neben den neuen Flächen für Unternehmen soll die historische Landmarke der ehemaligen Glashütte erhalten und saniert werden. Der Umbau verbindet damit die gewerbliche Nachnutzung einer Industriebrache mit der Bewahrung eines sichtbaren Teils der Glasmachergeschichte Weißwassers.
Das Quartierskonzept reicht über Gewerbe hinaus
Die Sächsische Agentur für Strukturentwicklung beschreibt für die Gelsdorfhütte ein weitergehendes Zielbild: Auf dem Gelände sollen eine überregional bedeutsame Behörde, innovative Unternehmen sowie moderne und flexible Wohnangebote angesiedelt werden. Damit sollen nach ihrer Darstellung direkt und indirekt zahlreiche Arbeitsplätze entstehen.
Die Agentur ordnet das Vorhaben in die angestrebte Verbreiterung der Wirtschaftsstruktur im Lausitzer Revier ein. Die Verlagerung von Einrichtungen des Bundes in das Braunkohlerevier nennt sie dabei als Chance. Für das Quartier verweist sie außerdem auf die Nähe zu Bahnhof, Schulen, Kindergärten, Tierpark und Jahnbad als Grundlage einer Stadt der kurzen Wege.
Mit der Auftragsvergabe wird zunächst die Erschließung des künftigen Gewerbegebietes vorangebracht.