Kultur aktuell
Neuer Band zu Folklorezentren der DDR
Publikation beleuchtet kulturelles Erbe und Forschung
Bautzen/Lausitz. In der Kleinen Reihe des Sorbischen Instituts ist ein neuer Band zu den Folklorezentren in der DDR erschienen. Im Mittelpunkt steht auch das Sorbische Folklorezentrum in Bautzen und seine Rolle bei der Dokumentation und Erforschung des kulturellen Erbes.
Neuer Band des Sorbischen InstitutsDer Band trägt den Titel „Folklorezentren in der DDR: Dokumentation, Erforschung und Inwertsetzung kulturellen Erbes im Sozialismus“ und wurde von Sönke Friedreich, Theresa Jacobs und Ines Keller herausgegeben. Er erscheint als Nummer 39 der Kleinen Reihe des Sorbischen Instituts und steht als Open-Access-Publikation zur Verfügung.
Auf 116 Seiten mit 40 Abbildungen werden erstmals der aktuelle Kenntnisstand über die Folklorezentren in der DDR gebündelt, überlieferte Materialien zusammengefasst und für weitere Forschungen bereitgestellt. Ein Beitrag widmet sich speziell dem Sorbischen Folklorezentrum in Bautzen.
Hintergrund: Folklorezentren in der DDRIn den 1970er Jahren entstanden in der gesamten DDR Zentren zur Pflege, Dokumentation und Weiterentwicklung des sogenannten kulturellen Erbes. Diese Folklorezentren, darunter das Sorbische Folklorezentrum in Bautzen, sollten
- Quellen zum kulturellen Erbe erschließen,
- Volkskunstkollektive anleiten und
- Beiträge zur Folkloreforschung veröffentlichen.
Über die konkrete Arbeit dieser Zentren ist bislang wenig bekannt. Der neue Band setzt hier an und macht Materialien und Forschungsergebnisse zugänglich.
Initiative aus dem „Netzwerk Alltagskultur Ost“Die Idee zu der Publikation geht auf eine Initiative des „Netzwerks Alltagskultur Ost“ (NAO) zurück. Dieses volkskundlich-kulturanthropologische Netzwerk wurde 2020 gegründet. Darin haben sich außeruniversitäre Institute und Forschungseinrichtungen, Landesstellen und Museen in den ostdeutschen Bundesländern zusammengeschlossen, darunter auch das Sorbische Institut.
Ziel des Netzwerks ist es, (alltags-)kulturwissenschaftliche Forschung und Sammlungen stärker sichtbar zu machen. Das Thema „kulturelles Erbe“ wird derzeit breit diskutiert, auch bei den Sorben. Strategien zur Konstruktion kulturellen Erbes rücken erneut in den Fokus. Heutiges Wissen ist unter anderem auf die Arbeit und die Akteure der ehemaligen Folklorezentren zurückzuführen, deren Geschichte jedoch bisher kaum aufgearbeitet ist.
Inhalt des BandesDer Band versammelt Beiträge zu verschiedenen regionalen Folklorezentren in der DDR. Die Inhalte im Überblick:
- Vorwort, Seite 7
- Sönke Friedreich, Theresa Jacobs, Ines Keller: Folklorezentren in der DDR. Dokumentation, Erforschung und Inwertsetzung kulturellen Erbes im Sozialismus. Eine Einleitung, Seite 8
- Petra Himstedt-Vaid: Das Mecklenburgische Folklorezentrum in Rostock, Seite 18
- Annette Schneider-Reinhardt, Ortrun Vödisch: Das Zentrum Harzer Folklore in Wernigerode, Seite 36
- Katja Margarethe Mieth: Das Folklorezentrum Erzgebirge/Vogtland in Schneeberg, Seite 51
- Juliane Stückrad: Folklorezentren in Thüringen, Seite 63
- Juliane Stückrad: Das Thüringer Folklorezentrum in Erfurt, Seite 65
- Juliane Stückrad: Das Folklorezentrum des Bezirkes Gera, Seite 71
- Meike Leyde, Ingo Weidig: Das Folklorezentrum des Bezirkes Suhl, Seite 79
- Theresa Jacobs, Ines Keller: Das Sorbische Folklorezentrum in Bautzen, Seite 85
- Literatur zu den Folklorezentren in der DDR, Seite 105
- Autoren, Seite 112
Der Band erscheint als A5-Broschur mit folgenden Angaben:
- Titel: Folklorezentren in der DDR: Dokumentation, Erforschung und Inwertsetzung kulturellen Erbes im Sozialismus
- Herausgeber: Sönke Friedreich, Theresa Jacobs, Ines Keller
- Reihe: Kleine Reihe des Sorbischen Instituts, Nr. 39
- Umfang: 116 Seiten, 40 Abbildungen
- ISBN (Druck): 978-3-948166-87-8
- Preis: 12,00 €
- DOI (Open Access): https://doi.org/10.59195/2026.4
Weitere Informationen zum Netzwerk Alltagskultur Ost sind online unter www.alltagskulturost.de abrufbar.
Foto: Sorbisches Institut (2025)
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