News & Nachrichten aus der Lausitz
Windkraft im Wald: Streit um Halbe/Teupitz
Bürgerbefragungen • Investor-Zusage • Kritik an Landespolitik
In der Region Halbe und Teupitz (Naturpark Dahme-Heideseen) hält der Konflikt um geplante Windenergieanlagen im Wald an. Für Anwohner aus Süd-Brandenburg ist das Thema vor allem wegen der Frage relevant, wie verbindlich Bürgerbefragungen in kommunalen Entscheidungen sind und wie Beteiligung in Planungsverfahren praktisch umgesetzt wird.
Auslöser: MDR-Bericht am Dienstag, 17.03.2026
Am Dienstag, 17.03.2026, lief am Abend in der MDR Umschau ein Beitrag mit dem Titel „Windräder im Wald – warum Widerstand zwecklos ist“. Der Bericht thematisierte eine Windkraftinvestition im Thüringer Wald und stellte Bezüge zum Widerstand der Bürgerinitiative „Rettet den Naturpark Dahme-Heideseen“ gegen Windkraftplanungen in der Region um Halbe und Teupitz her.
Als gemeinsame Linie beider Beispiele wird im vorliegenden Material beschrieben, dass Betroffene sich nicht ausreichend gehört fühlen. Für Thüringen wird dargestellt, dass mit dem Bauen begonnen worden sei, bevor Anwohner informiert worden seien.
Planungen im Naturpark Dahme-Heideseen: 54 Anlagen im Wald
Im Naturpark Dahme-Heideseen ist laut den vorliegenden Angaben die Errichtung von 54 Windenergieanlagen „größter Bauart“ im Wald und „mitten im Naturschutzgebiet“ geplant.
Bürgerbefragungen: deutliche Mehrheiten in Teupitz, knapp in Halbe
In den Kommunen Teupitz und Halbe kam es nach Einwohneranträgen zu Einwohnerbefragungen. Die Ergebnisse werden wie folgt angegeben:
- Teupitz: 91,90 % stimmten mehrheitlich gegen den Bau der Windräder in den Gemeindegebieten.
- Halbe: 54,16 % stimmten mehrheitlich gegen den Bau der Windräder in den Gemeindegebieten.
Investor und kommunale Entscheidung: Streit um Zusagen
Als Investor wird die Energiequelle GmbH genannt. Im Vorfeld der Abstimmungen habe das Unternehmen laut Text die Absicht geäußert, ein qualifiziertes Bürgervotum akzeptieren zu wollen.
Für den Zeitpunkt der Bürgerbefragung in Halbe wird beschrieben, die Firma habe „sehr umfangreich“ und in unmittelbarer Nähe der Stimmabgaben mit detaillierten Vergütungsversprechen geworben; dies werde von Betroffenen als unlauter bewertet. Weiter heißt es, eine knappe Mehrheit der Gemeindevertreter in Halbe sehe sich entschlossen, entgegen dem Bürgervotum zugunsten des Investors zu entscheiden. Entsprechend sehe sich die Energiequelle GmbH bisher nicht an die frühere Zusicherung gebunden.
Protest und politische Reaktionen
Die Bürgerinitiative beschreibt, sie bemühe sich seit Jahren um Teilhabe an Entscheidungen. Genannt werden unter anderem Informationsveranstaltungen, Flyeraktionen, Medienberichterstattung (Berliner Zeitung, RBB), Demonstrationen in Teupitz sowie Proteste und Aktionen im Umfeld des Potsdamer Landtags. Zudem wird ein Antrag für ein Windkraftmoratorium im Landtag erwähnt.
Zur politischen Reaktion heißt es, der Protest habe Rückhalt in der Landtagsopposition gefunden, unter anderem durch Anträge zur Begrenzung des Windkraftausbaus und durch Präsenz von Vertretern auf Demonstrationen. Außerdem wird dargestellt, das BSW habe sich während einer Regierungsbeteiligung führend für ein rückwirkendes Moratorium engagiert. Mitglieder der SPD bis hin zum Ministerpräsidenten hätten sich öffentlich gegen Windenergieanlagen im Wald geäußert, letztlich aber eine wirksame Rückwirkung des Moratoriums nicht unterstützt.
Kritikpunkte aus dem Material: Planung, Folgen, Beteiligung
Im Text werden mehrere Kritikpunkte formuliert, darunter:
- Der Vorwurf einer unzureichenden Beteiligung betroffener Bürger.
- Die Einschätzung, eine Regionalplanung mit konfliktarmen Ausweisungen genüge, werde aber durch ein Moratorium ohne Rückwirkung konterkariert.
- Die Befürchtung von Einbußen an Lebensqualität, gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Wertverlusten bei Immobilien, Auswirkungen auf Tierschutz sowie einem veränderten Landschaftsbild.
- Mehrere als Vermutung gekennzeichnete Annahmen, etwa zur Netzauslastung und zu möglichen Kostenfolgen.
- Der Hinweis, Einspruchsrechte von Verbänden seien zuerst beschnitten worden; dies sei von der Landesregierung als Bürokratieabbau bezeichnet worden.
Foto: privat
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