Nachrichten aus dem Landkreis Spree-Neiße
Kohleausstiegsgesetz schafft weitere Fakten zum Jahreswechsel
Abschaltung von Kraftwerksblock A in Jänschwalde wirft Fragen zur Energiesicherheit auf
Jänschwalde: Im Zuge der Umsetzung des deutschen Kohleausstiegsgesetzes schreitet der schrittweise Rückzug aus der Kohleverstromung weiter voran. Das Gesetz, das die Beendigung der Kohleverstromung bis spätestens 2038 gesetzlich festschreibt, sieht unter anderem die Stilllegung einzelner Kraftwerksblöcke vor. Dazu gehört auch die geplante Abschaltung von Block A im Kraftwerk Jänschwalde, die zum Ende 2025 erfolgte, wie im nationalen Ausstiegsfahrplan vorgesehen ist.
Die gesetzlichen Vorgaben dienen dem erklärten Ziel, die Emission klimaschädlicher Gase zu reduzieren und den Strukturwandel in den Kohleregionen zu begleiten. Die Bundesregierung und beteiligte Akteursgruppen haben den Ausstiegsprozess in einem breit diskutierten Kompromiss festgelegt. Vor diesem Hintergrund ist die Abschaltung einzelner Kraftwerkskapazitäten rechtlich vorgesehen und gehört zum Zeitplan des Energiewandels.
Gleichzeitig sorgt die Situation in der Praxis für Diskussionen: Deutschland importiert aktuell Netto-Strom in erheblichem Umfang — mitunter werden über 50 Prozent der benötigten Strommenge zeitweise durch Zukäufe aus dem Ausland gedeckt. Diese Entwicklung wirft für viele Menschen in der Lausitz die Frage auf, inwieweit eine weitere Reduzierung eigener Erzeugungskapazitäten sinnvoll ist, wenn gleichzeitig Versorgungslücken durch Stromimporte ausgeglichen werden müssen.
In Jänschwalde, trifft die Abschaltung von Block A auf große Betroffenheit bei der Belegschaft. Viele Beschäftigte, die seit Jahrzehnten im Kraftwerk tätig sind, sehen die Entscheidung mit Skepsis. Für sie ist nicht nur der Abschied von einem technologischen Bauwerk spürbar, sondern auch die Frage, ob die Reduzierung der eigenen Erzeugungskapazitäten unter den aktuellen Marktbedingungen der richtige Weg ist.
Die Kritik richtet sich dabei nicht allein gegen das Ziel des Klimaschutzes, sondern gegen die Frage, ob die Abschaltung eigener Kraftwerkskapazitäten unter wirtschaftlichen und energiepolitischen Rahmenbedingungen zu einer künftig stabilen, sicheren und bezahlbaren Stromversorgung beiträgt — insbesondere, wenn gleichzeitig auf ausländische Kapazitäten zurückgegriffen werden muss, um Engpässe zu überbrücken.
Vertreter aus Belegschaft, Betriebsrat und politisch Engagierte betonen, dass ein ganzheitlicher Blick auf Versorgung, regionale Verantwortung und Klimaziele notwendig sei. Sie fordern, im Zuge der geplanten Abschaltungen auch eine ehrliche Bewertung der tatsächlichen Versorgungslage vorzunehmen, statt lediglich an starren Zeitplänen festzuhalten.
Unabhängig von verschiedenen Standpunkten steht fest, dass der Umbau des Energiesystems ein komplexer Prozess ist. In unserer Lausitz – und insbesondere im Umfeld des Kraftwerks Jänschwalde – wird dieser Umbau nicht nur technisch, sondern auch sozial und wirtschaftlich erlebt und diskutiert.
Ein zusätzlicher Ausblick auf die Fernwärmeversorgung in Cottbus:
Parallel zur Abschaltung der Jänschwalder Blöcke steht die Stadt Cottbus vor einer einschneidenden Veränderung: Ab 2028 entfällt die bisherige Fernwärmeversorgung aus dem Kraftwerk Jänschwalde komplett. Die Stadt und regionale Energieakteure bereiten sich auf die Umstellung vor. Die Zeit drängt. Diese Entwicklung wird die laufende Diskussion über Energieversorgung, Versorgungssicherheit und regionale Verantwortung in der Lausitz weiter begleiten.
Die weitere Entwicklung des Kraftwerks Jänschwalde bleibt ein wichtiges Beispiel dafür, wie gesetzliche Vorgaben zur Energiewende in der Praxis wirken und welche konkreten Auswirkungen sie auf Regionen ausüben, die über Jahrzehnte die Energieversorgung des Landes mitgeprägt haben.
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