Wirtschaft aktuell
Net Zero Valley Lausitz: Aufbruch in die klimaneutrale Industrie
Sachsen & Brandenburg treiben Europas erstes Beschleunigungstal voran – Brandenburgs Mittelstand fordert stärkere Beteiligung
Aus Sicht Sachsens markiert die Ausweisung der Lausitz als Net Zero Valley einen zentralen Schritt für die industrielle Transformation in Europa. Gemeinsam mit Brandenburg übernimmt der Freistaat Verantwortung für den Aufbau einer Modellregion, in der klimaneutrale Technologien gezielt gefördert und industrielle Innovationen beschleunigt werden. Beide Länder setzen damit ein gemeinsames industriepolitisches Signal für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz.
Der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter betont:
„Das Net Zero Valley Lausitz ist ein gemeinsames Zukunftsprojekt von Sachsen und Brandenburg. Aus sächsischer Perspektive ist entscheidend, dass wir den Strukturwandel aktiv gestalten, Investitionen ermöglichen und der Lausitz eine langfristige wirtschaftliche Perspektive eröffnen. Die Region wird so zu einem starken Industriestandort im Herzen Europas.“
Für Sachsen ist das Net Zero Valley ein wesentlicher Bestandteil des laufenden Strukturwandels in der Lausitz. Im engen Schulterschluss mit Brandenburg werden vorhandene Industrieflächen, Infrastrukturen und Fachkräftepotenziale gebündelt, um neue Wertschöpfungsketten in den Bereichen erneuerbare Energien, Wasserstoff, Speichertechnologien und industrielle Dekarbonisierung aufzubauen. Insbesondere der Landkreis Görlitz bringt dabei seine Erfahrungen und Standortvorteile aktiv in das länderübergreifende Vorhaben ein.
„Die Lausitz zeigt, dass industrielle Transformation nur gemeinsam gelingen kann – über Ländergrenzen hinweg und im engen Austausch mit Regionen, Kommunen und Unternehmen. Aus sächsischer Sicht ist das Net Zero Valley deshalb nicht nur ein Klimaschutzprojekt, sondern ein industriepolitisches Gemeinschaftswerk“, so Panter weiter.
Einbindung der Wirtschaft in Brandenburg
Auch in Brandenburg wird die Ausgestaltung des Net Zero Valley Lausitz intensiv begleitet. Insbesondere aus dem Süden des Landes, aus der brandenburgischen Lausitz, wurde von Seiten der regionalen Wirtschaft darauf hingewiesen, dass bislang noch nicht ausreichend viele Unternehmen in den Entwicklungsprozess eingebunden waren. Der Unternehmerverbund Mittelstandsinitiative Brandenburg e. V. hat diesen Punkt frühzeitig adressiert und eine stärkere Beteiligung des Mittelstands angemahnt.
Vor diesem Hintergrund hat sich der Verein in den neu gegründeten Freundeskreis Net Zero Valley Lausitz eintragen lassen. Ziel ist es, die Perspektiven kleiner und mittlerer Unternehmen künftig aktiver in die weitere Prozessgestaltung einzubringen und den Dialog zwischen Wirtschaft, Kommunen und Projektverantwortlichen zu stärken. Damit soll sichergestellt werden, dass das Net Zero Valley nicht nur als industriepolitisches Leuchtturmprojekt wirkt, sondern auch konkrete Anknüpfungspunkte für bestehende regionale Unternehmen in Brandenburg bietet.
Die Initiative unterstreicht die Bedeutung einer breiten wirtschaftlichen Beteiligung für den langfristigen Erfolg des Net Zero Valley Lausitz und macht deutlich, dass der Transformationsprozess nur im engen Schulterschluss mit dem Mittelstand nachhaltig gelingen kann.
Hintergrund
Rechtliche Grundlage ist der EU Net Zero Industry Act, der den Ländern ermöglicht, sogenannte Net Zero Valleys auszuweisen. Ziel dieser Beschleunigungsräume ist es, Planungs- und Genehmigungsverfahren für klimaneutrale Industrieprojekte effizienter zu gestalten. Sachsen und Brandenburg nutzen diesen europäischen Rahmen gemeinsam, um der Lausitz eine Vorreiterrolle in der nachhaltigen Industrieentwicklung zu eröffnen.
Mit der länderübergreifenden Ausweisung entsteht erstmals innerhalb der Europäischen Union ein Net Zero Valley über zwei Bundesländer hinweg. Aus sächsischer Sicht stärkt dies nicht nur den Standort Lausitz, sondern auch die technologische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands insgesamt.
Mehr auch unter: https://www.netzerovalley.eu/
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