Senftenberg erinnert an einsam Verstorbene
Neue jährliche Gedenkfeier in Kirche, Stadt trägt Bestattungskosten, Hospizdienst und Kommune kooperieren
Senftenberg hat eine neue Form des Gedenkens eingeführt: In der Wendischen Kirche fand erstmals eine öffentliche Gedenkfeier für Bürger statt, die ohne Angehörige verstorben sind. Unter dem Leitgedanken „Niemand geht verloren“ sollen einsam Verstorbene aus der Anonymität geholt und ihr Leben gewürdigt werden.
Öffentliche Gedenkfeier in der Wendischen KircheZu der Premiere kamen rund ein Dutzend Menschen in die Wendische Kirche. Ehemalige Nachbarn, Schulfreunde, Arbeitskollegen und Freunde erinnerten in einem gemeinsamen Rahmen an Verstorbene aus dem Vorjahr, für die es keine Angehörigen gibt.
Die Stadt Senftenberg und der Hospizdienst des Landkreises Oberspreewald-Lausitz (OSL) haben die Gedenkfeier gemeinsam vorbereitet. Ziel ist es, der zunehmenden Anonymität im Sterben etwas entgegenzusetzen und ein Zeichen der Mitmenschlichkeit zu setzen.
Stadt übernimmt Verantwortung und KostenWenn Menschen ohne Angehörige sterben, kümmert sich die Stadt um eine würdige Bestattung. Senftenberg übernimmt in diesen Fällen sowohl die Organisation als auch die Kosten.
Die Zahlen zeigen eine Zunahme solcher Fälle:
- im Jahr 2022: 26 Verstorbene ohne Angehörige
- im Jahr 2024: 33 Verstorbene ohne Angehörige
- bis Ende November 2025: 17 Verstorbene ohne Angehörige
- bis Montag, 02.03.2026: 5 Verstorbene ohne Angehörige
Diese Verstorbenen werden von der Stadt bestattet, wenn keine Angehörigen vorhanden sind, die sich kümmern können.
„Es ist uns nicht egal“ – Stimmen aus der StadtBürgermeister Andreas Pfeiffer betont die Bedeutung des neuen Angebots:
„Die Gedenkfeier soll ein Zeichen dafür sein, dass es uns nicht egal ist, ob ein Mensch, der mitten unter uns gelebt hat, gestorben ist. Er war ein Bürger aus Senftenberg. Wir gedenken dieser Menschen mit Respekt, denn ihr Leben war kostbar.“
Während der Zeremonie verlasen Ehrenamtliche des Hospizdienstes einzeln die Namen der Verstorbenen. Zu jedem Namen wurde eine Kerze entzündet. Pfarrer Sebastian Schlauraff-Schäller sprach die Fürbitte und erteilte den Segen. So entstand ein stiller Rahmen, in dem die Toten namentlich genannt und aus der Anonymität geholt wurden.
Jährliche Tradition des Gedenkens geplantDie Stadt Senftenberg will diese Form des Abschiednehmens künftig jährlich anbieten. Beata Jenchen, Leiterin des Ordnungsamtes, erläutert den Ansatz:
„Wir wollen damit eine Tradition begründen, denn hinter jedem Namen steht ein Mensch, stehen Schicksale.“
Das Angebot richtet sich vor allem an Bekannte, Nachbarn und frühere Weggefährten, die im Rahmen der behördlich veranlassten Bestattung oft keine Gelegenheit zur Verabschiedung haben.
Bürgermeister Andreas Pfeiffer fasst das Ziel zusammen:
„Mit der Gedenkfeier wollen wir jetzt regelmäßig allen, die trauern, gedenken und sich verabschieden wollen, eine würdevolle Gelegenheit dazu geben.“Ein besonderes Angebot im Süden Brandenburgs
Im Süden Brandenburgs ist Senftenberg nach Angaben der Stadt derzeit die einzige Kommune, die eine solche öffentliche Gedenkfeier für Verstorbene ohne Angehörige anbietet.
Ähnliche Formen des Gedenkens gibt es auch in anderen Städten, etwa in Gera, Leipzig, Wuppertal und in Berlin. In der Lausitz setzt Senftenberg damit ein eigenes Zeichen für einen bewussten und respektvollen Umgang mit einsam Verstorbenen.
Foto: Budich/Stadt Senftenberg
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