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Oelsiger Madonna im Museum Schloss Doberlug
Mittelalterliche Marienfigur als Leihgabe aus Oelsig
Elbe-Elster. Die Oelsiger Madonna, eine mittelalterliche Marienfigur aus Lindenholz, ist dauerhaft in der ständigen Ausstellung des Museums Schloss Doberlug zu sehen. Die Skulptur gilt als wichtiges Zeugnis der Kunst- und Ortsgeschichte in der Region.
Neue Leihgabe aus Oelsig in DoberlugMit der Oelsiger Madonna wurde die Ausstellung „Doberlug und das sächsische Brandenburg“ im Museum Schloss Doberlug um ein weiteres Werk ergänzt. Die Figur entstand um das Jahr 1370 und wird als Leihgabe der Evangelischen Kirchengemeinde Schlieben präsentiert.
Am Freitag, 02.02.[fehlende Angabe], zu Maria Lichtmess, wurde die Madonna im Beisein von Vertretern der Evangelischen Kirchengemeinde Schlieben sowie von Landrat Christian Jaschinski als Vertreter des Museumsträgers in die Ausstellungsvitrine eingebracht.
Religiöses und kulturelles Zeugnis aus OelsigDie Skulptur gehörte zur mittelalterlichen Ausstattung der Kirche im Ort Oelsig und ist damit ein zentrales religiöses und kulturelles Zeugnis der dortigen Ortsgeschichte. Während der Restaurierung und des Umbaus der Oelsiger Kirche befand sich die Madonna mehrere Jahre in der katholischen Kirche in Schlieben.
Im Jahr 2016 war die Figur in der Ausstellung „Karl IV. Ein Kaiser in Brandenburg“ im Brandenburg Museum in Potsdam zu sehen. Anschließend wurde sie als Leihgabe in das Museum Schloss Doberlug gegeben.
„Hier ist dieses wertvolle Kulturgut einer breiten Öffentlichkeit zugänglich“, begründet Matthias Hensel für die Kirchengemeinde Oelsig den Entschluss. „Außerdem wird die Madonna für kommende Generationen bewahrt.“Aussage zur Bedeutung für den Landkreis
Landrat Christian Jaschinski: „Unsere Museen sind fachlich und sicherheitstechnisch in der Lage, Objekte dieses Kalibers angemessen zu betreuen. Viel zu oft finden sich diese Zeugnisse unserer Geschichte in großen Museen, zu denen weite Wege zurückgelegt werden müssen, oder sie verschwinden in Museumsdepots. Dass die Oelsiger Madonna im Museum Schloss Doberlug gezeigt werden kann, ist ein wirklicher Gewinn und verweist auf die reiche Geschichte unseres Landkreises.“
Ein ähnlicher Erfolg gelang dem Museumsverbund Elbe-Elster bereits mit dem Aquamanile von Boragk. Dieses seltene mittelalterliche Handwaschgerät wird seit 2022 im Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda gezeigt (zurzeit in Restaurierung). Vergleichbare Aquamanilien befinden sich im Nationalmuseum in Kopenhagen und im Metropolitan Museum in New York.
Kunsthistorischer Hintergrund der Oelsiger MadonnaKaiser Karl IV. bestätigte dem Kloster Dobrilugk im Jahr 1373 in einer Urkunde den Besitz von 42 Dörfern sowie mehrerer Ackerhöfe. Als König von Böhmen war Karl IV. zugleich Landesherr der Niederlausitz, zu der Dobrilugk gehörte. In diesen historischen Kontext lässt sich die um 1370/1380 entstandene Marienfigur einordnen, auch wenn eine direkte Verbindung zu Dobrilugk nicht nachweisbar ist.
Die Oelsiger Madonna gilt als frühes und seltenes Beispiel böhmisch inspirierter Kunst in Mitteldeutschland. Die bewegte Haltung und das kindlich-weiche Gesicht der Figur verweisen auf böhmische Vorbilder.
Die Madonna hielt ursprünglich ein Zepter in der linken Hand; Teile der Krone und die Schuhspitzen sind verloren. Auf ihrem rechten Arm sitzt das Christuskind, das mit seinem nackten Fuß spielt – ein Motiv, das die Menschwerdung Christi betont und zugleich auf sein zukünftiges Leiden verweist. Die innige Beziehung zwischen Mutter und Kind wird durch ihre aufeinander gerichteten Blicke hervorgehoben.
Trotz der schlichten, beinahe dörflichen Ausführung wird die Qualität der Skulptur hervorgehoben. Besonders bemerkenswert ist die außergewöhnlich gut erhaltene ursprüngliche Farbfassung aus der Entstehungszeit.
Oelsiger Kirche als FahrradpilgerkircheDie Oelsiger Kirche wurde mit Mitteln aus dem LEADER-Förderprogramm umfassend restauriert und anschließend zur Fahrradpilgerkirche umgebaut. Sie gilt als Beispiel dafür, wie kirchliche Gebäude neu gedacht und zeitgemäß genutzt werden können.
Fotos: Pressestelle Kreisverwaltung/Tilo Wanka
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