Statistik Stadt Görlitz, Dezember 2025
Eine schriftliche Analyse der Zahlen
Die statistischen Monatszahlen für Dezember 2025 zeigen für die Stadt Görlitz insgesamt eine weitgehend stagnierende Bevölkerungsentwicklung, die jedoch von strukturellen Problemen geprägt ist. Zum Jahresende lebten 57.427 Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in der Stadt. Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem leichten Rückgang, der die seit Jahren anhaltende demografische Schrumpfungstendenz bestätigt. Auch die Bevölkerung mit ausschließlich Hauptwohnsitz verringerte sich geringfügig auf 56.735 Personen.
Ein zentrales Merkmal der aktuellen Bevölkerungsentwicklung ist der weitere Anstieg der ausländischen Bevölkerung, die im Dezember 2025 9.652 Personen umfasste. Gegenüber dem Vorjahr sowie dem Vormonat bedeutet dies einen erneuten Zuwachs. Diese Entwicklung verändert die Bevölkerungsstruktur der Stadt zunehmend, ohne jedoch den allgemeinen Bevölkerungsrückgang auszugleichen. Vielmehr geht der zahlenmäßige Anstieg der ausländischen Bevölkerung mit erheblichen Herausforderungen für die kommunalen Strukturen einher, insbesondere im Bereich der sozialen Infrastruktur, der Bildungsangebote und der öffentlichen Ordnung.
Räumlich konzentriert sich diese Entwicklung vor allem auf innerstädtische Bereiche wie die Innenstadt, die Historische Altstadt sowie einzelne Großwohngebiete. Während einige Ortsteile leichte Bevölkerungszuwächse verzeichnen, bleiben diese kleinräumig begrenzt und stehen insgesamt einem fortgesetzten Wegzug der angestammten Bevölkerung gegenüber. Diese Verschiebungen wirken sich sichtbar auf das Stadtbild aus und verstärken bestehende soziale Disparitäten zwischen einzelnen Stadtteilen.
Die Altersstruktur der Bevölkerung verdeutlicht zusätzlich die strukturellen Probleme. Rückgänge in den Kinder- und jüngeren Erwerbsaltersgruppen stehen einem weiteren Anwachsen der älteren Bevölkerung gegenüber. Die Alterung der Gesellschaft erhöht den Druck auf kommunale Haushalte, insbesondere im Bereich Pflege, Gesundheitsversorgung und sozialer Leistungen, während gleichzeitig die Zahl der potenziellen Erwerbstätigen begrenzt bleibt.
Besonders belastend wirkt die weiterhin deutlich negative natürliche Bevölkerungsentwicklung. Im Dezember 2025 standen 21 Geburten 57 Sterbefällen gegenüber, was zu einem Geburtendefizit von –36 Personen führte. Auch im Jahresverlauf 2025 ergibt sich ein erhebliches Minus. Dieses strukturelle Defizit kann weder durch Binnenwanderung noch durch Zuzug nachhaltig kompensiert werden.
Zwar weist die räumliche Bevölkerungsbewegung im Dezember einen leichten Wanderungsüberschuss aus, dieser resultiert jedoch nahezu ausschließlich aus Zuzügen von außen und nicht aus einer Attraktivitätssteigerung für Familien oder Fachkräfte. Die damit verbundenen Folgekosten – unter anderem für Unterbringung, soziale Betreuung, Bildungseinrichtungen, Sprachförderung und Verwaltungsaufwand – belasten die Stadt Görlitz auf nahezu allen kommunalen Ebenen erheblich und stehen in keinem ausgewogenen Verhältnis zu den demografischen Effekten.
Auch die Arbeitsmarktdaten spiegeln diese Problemlage wider. Die Zahl der Arbeitslosen blieb hoch, insbesondere im Bereich der Grundsicherung nach SGB II. Ein erheblicher Anteil entfällt auf Personen ohne stabile Integration in den regulären Arbeitsmarkt. Dies verstärkt langfristig die finanzielle Belastung des kommunalen Haushalts und bindet personelle Ressourcen in Verwaltung und Sozialdiensten.
Zusammenfassend zeigt die Datenlage für Dezember 2025, dass Görlitz trotz zahlenmäßiger Zuwächse bei der ausländischen Bevölkerung weiterhin mit demografischem Rückgang, sozialer Entmischung und steigenden kommunalen Belastungen konfrontiert ist. Die Zuwanderung wirkt dabei nicht strukturstabilisierend, sondern verschärft bestehende Herausforderungen in Stadtentwicklung, Bildung und öffentlichen Finanzen, ohne einen nachhaltigen Ausgleich für das anhaltende Geburtendefizit und den Wegzug einheimischer Bevölkerung zu schaffen.
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