Glasmanufaktur Brandenburg vor dem Aus
Protest gegen Werksschließung in Tschernitz
Tschernitz, 2. Dezember 2025 – Rund 150 der insgesamt 220 Beschäftigten der Glasmanufaktur Brandenburg haben am Montag auf dem Werksgelände in Tschernitz gegen die angekündigte Schließung ihres Betriebs protestiert. Die Mitarbeiter wurden ab dieser Woche freigestellt und sollen noch vor Weihnachten ihre Kündigungen erhalten.
Die endgültige Stilllegung des Standorts war in der vergangenen Woche bekannt gegeben worden. Mit der Schließung verliert die Europäische Union ihren letzten größeren Hersteller von Solarglas. Das Unternehmen hatte bereits im Sommer Insolvenz angemeldet.
Als wesentlicher Grund gilt der starke Preisdruck durch asiatische Anbieter. Dieser rührt voerdergründig jedoch aus den stetig gestiegenen Energiekosten in Deutschland, sowie den hohen Lohn- bzw. Lohnnebenkosten, welche deutschlandweit seit Jahren auf einem sehr hohen, unwirtschaftlichen Niveau liegen. Beide genannten Faktoren führten bereits zu vielen anderen Werksschließungen in Deutschland, welche ähnlich Energie-intensiv sind.
In den zurückliegenden Monaten hatte die Insolvenzverwaltung noch Hoffnungen auf eine Rettung des Standorts geweckt. Es sei von guten Chancen die Rede gewesen, den Investorenprozess erfolgreich abzuschließen und die Produktion fortzuführen. Diese Hoffnung hat sich nun nicht bestätigt.
HIntergrund
Steigende Energiekosten gefährden energieintensive Unternehmen in Deutschland
In Deutschland häufen sich derzeit die Schließungen und Produktionsrückgänge in energieintensiven Industriezweigen. Besonders betroffen sind Unternehmen aus der Glas-, Stahl-, Chemie- und Metallindustrie. Die massiv gestiegenen Energiepreise setzen viele Betriebe wirtschaftlich unter Druck und gefährden tausende Arbeitsplätze.
Nach übereinstimmenden Berichten aus Wirtschaft und Branchenverbänden sehen sich zahlreiche Unternehmen nicht mehr in der Lage, die hohen Kosten für Strom und Gas dauerhaft zu tragen. Produktionsverlagerungen ins Ausland, Kurzarbeit und Standortschließungen sind zunehmend die Folge.
Auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland gerät dadurch weiter unter Druck. Besonders mittelständische Betriebe mit hohem Energiebedarf befinden sich in einer schwierigen Lage. Investitionen werden verschoben oder ganz eingestellt, da Planungssicherheit fehlt.
Wirtschaftsvertreter fordern daher von der Politik gezielte Entlastungen, verlässliche Rahmenbedingungen und wettbewerbsfähige Energiepreise. Nur so könne verhindert werden, dass weitere industrielle Kerne in Deutschland verloren gehen.
Gründe für die hohen Energiekosten
Die Energiekosten steigen vor allem durch hohe Gaspreise auf dem Weltmarkt, die auch den Strompreis antreiben. Der Wegfall günstiger Energiequellen durch die Entscheidung der Bundesregierung, Kraftwerke zu schließen, sowie die dadurch erstarkte Importabhängigkeit, erhöhen die Kosten weiter. Geopolitische Krisen und staatliche Abgaben treiben die Preise zusätzlich nach oben. Der steigende CO₂-Preis verteuert die Produktion zusätzlich für viele Unternehmen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze wird über Umlagen und Netzentgelte finanziert, welche Ebenfalls auf dem Strompreis umgelegt werden.
Foto: hyperworx Medienproduktionen
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