Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. - Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
| Cottbus
Sonderausstellung „Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“
Der Bahnhof Cottbus war während der NS-Zeit mehr als ein gewöhnlicher Verkehrsknoten. Von hier aus fuhren die Züge, mit denen 1938 jüdische Menschen mit polnischer Staatsbürgerschaft aus Cottbus und der Region nach Polen ausgewiesen wurden. Im Zweiten Weltkrieg transportierten sie Jüdinnen und Juden in die Ghettos im besetzten Polen und nach Theresienstadt. Über die Cottbuser Gleise rollten außerdem die Deportationszüge aus west- und süddeutschen Städten sowie den besetzten Ländern Westeuropas. Die Gefangenentransporte zum und vom Frauenzuchthaus Cottbus erfolgten ebenfalls über den Bahnhof Cottbus. Gleichzeitig transportierte die Reichsbahn Tausende in die Stadt, die in Industriebetrieben, bei der Reichsbahn selbst, in kommunalen Einrichtungen und auf Bauernhöfen Zwangsarbeit verrichten mussten. Die Ausstellung macht diese Geschichte sichtbar. Sie verbindet historische Forschung mit einer temporären Präsentation, einem Begleitprogramm und einer Medieninstallation, die in Anlehnung an historische Abfahrtstafeln an das Schicksal Betroffener erinnert, ihre Namen und Deportationsorte nennt. Das Projekt will nicht nur an die Opfer...