Wintertouren im Naturpark Niederlausitzer Heide
Tipps für sichere Ausflüge in die verschneite Landschaft
Bad Liebenwerda. Der Winter hat den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft fest im Griff. Schnee, Eis und Minusgrade verwandeln die Heide derzeit in eine tundraähnliche Landschaft. Die Naturwacht Brandenburg erklärt, warum sich ein Besuch trotzdem lohnt – und was Ausflügler beachten sollten, um Natur, sich selbst und der Landschaft gerecht zu werden.
Unterwegs in der Niederlausitzer Tundra-HeideSchnee und Eis knirschen unter den Füßen, der Wind pfeift durch die Bäume: Wer jetzt im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft unterwegs ist, erlebt eine eindrucksvolle Winterstimmung. Viele nutzen bereits Langlaufskier, Schneeschuhe oder Schlitten, um die eingeschneite Landschaft in Ruhe zu erkunden. Auch Wanderungen machen bei diesen Bedingungen vielen Menschen besonderen Spaß.
Sicher unterwegs bei MinusgradenRangerin Susann Nitzsche von der Naturwacht im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft weist darauf hin, dass bei winterlichen Touren einige Sicherheitsregeln gelten:
- Wärme und Ausrüstung: Bei Minusgraden kühlt der Körper schnell aus. Für längere Touren sind warme Kleidung und schneegeeignetes Schuhwerk mit gerippter Sohle wichtig. Nitzsche selbst nutzt beheizbare Socken.
- Kommunikation: Der Handyakku sollte vor der Tour vollständig geladen werden. Zur Sicherheit ist es sinnvoll, andere Personen über die geplante Route zu informieren, falls es unterwegs kein Mobilfunknetz gibt. Bei einem Unfall können die tiefen Temperaturen schnell gefährlich werden, wenn Hilfe nicht rechtzeitig erreichbar ist.
Trotz anhaltenden Frostes warnt die Naturwacht davor, Eisflächen unbedacht zu betreten. Durch Strömungsverhältnisse sind viele Eisdecken unzuverlässig und können einbrechen. Eis sollte nur nach behördlicher Freigabe betreten werden.
Auch in den Wäldern ist Umsicht gefragt: Durch Frost und Schneelast sind bereits geschwächte Bäume und Altholzbäume gefährdet, Äste abzuwerfen oder umzustürzen. Bei entsprechenden Knack- oder Reißgeräuschen ist es ratsam, den Bereich zügig zu verlassen.
Rücksicht auf WildtiereIn den Schutzgebieten des Naturparks gelten klare Regeln zum Schutz der Tierwelt:
- Leinenpflicht für Hunde: Hunde müssen in Schutzgebieten an der Leine geführt werden.
- Wegegebot: Es gilt ein strenges Wegegebot, damit Wildtiere nicht unnötig aufgescheucht werden.
„Aktuell finden Wildtiere kaum Nahrung. Jede Flucht zerrt daher an den lebenswichtigen Reserven“, erklärt Rangerin Nitzsche. Gleichzeitig macht gerade die geschlossene Schneedecke viele Winterwanderungen besonders interessant: Im Schnee werden Trittsiegel, also Tierspuren, sichtbar. Mit etwas Erfahrung lässt sich so gut erkennen, welche Tierarten in der Landschaft unterwegs sind.
Hintergrund: Naturwacht Brandenburg
Die Ranger der Naturwacht Brandenburg arbeiten seit 1991 in 15 Nationalen Naturlandschaften (Großschutzgebieten) des Landes als Mittler zwischen Mensch und Natur. Auf rund 9.000 Quadratkilometern – etwa einem Drittel der Landesfläche – erfassen sie Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, Grundwasserspiegeln und zur Qualität von Gewässern. Im Nationalpark, in drei Biosphärenreservaten und elf Naturparken setzen sie zahlreiche Natur- und Artenschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg.
Die 90 Ranger sind Ansprechpartner für alle, die in den Nationalen Naturlandschaften leben, arbeiten oder zu Gast sind. Jährlich begleiten sie rund 7.500 Interessierte auf mehr als 420 geführten Touren, geben ihr Wissen weiter und sensibilisieren für richtiges Verhalten in den Schutzgebieten. Damit stärken sie auch den Naturtourismus in den Regionen.
Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). In der Arbeit mit Junior-Ranger-Gruppen oder in Schul-Arbeitsgemeinschaften weckt die Naturwacht Interesse an Themen rund um Nachhaltigkeit und ermutigt Kinder, selbst aktiv zu werden.
Rund 390 Freiwillige unterstützen die Naturwacht Brandenburg bei diesen Aufgaben. Seit 1997 arbeitet die Naturwacht unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Weitere Informationen gibt es unter www.naturwacht.de.
Foto: Susann Nitzsche
Foto: Susann Nitzsche
Foto: Susann Nitzsche
Foto: Susann Nitzsche
Foto: Susann Nitzsche
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