L.o Redaktion | Cottbusverkehr GmbH
Aktuelle Nachrichten aus Forst/Lausitz
Spree-Neiße baut Wasserstoffnetz
35 Busse und zwei Müllfahrzeuge sind bereits beschafft.
Der Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa baut die Versorgung seiner neuen kommunalen Wasserstofffahrzeuge auf. In Forst (Lausitz)/Baršć (Łužyca) sind eine stationäre Tankstelle und eine regionale Wasserstofferzeugung geplant. Bis Dezember 2026 sollen zudem Betankungsmöglichkeiten in Guben und Spremberg/Grodk entstehen.
Mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr in Höhe von insgesamt 13,4 Millionen Euro hat der Landkreis 35 Wasserstoffbusse und zwei Abfallsammelfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb beschafft. Die Fahrzeuge wurden bereits in Empfang genommen. Sie sollen im öffentlichen Nahverkehr und in der kommunalen Abfallwirtschaft eingesetzt werden.
Erzeugung und Tankstelle in Forst
Das zentrale Wasserstoffprojekt des Landkreises ist in Forst vorgesehen. Nach einer europaweiten Ausschreibung erhielt die EMB Energie Brandenburg GmbH aus der GASAG-Gruppe den Auftrag für Planung, Bau und Betrieb der stationären Tankinfrastruktur.
Geplant sind ein Elektrolyseur mit einer Leistung von fünf Megawatt, Wasserstoffspeicher, Verdichtungstechnik und eine Tankstelle. Der erneuerbare Wasserstoff soll vor Ort erzeugt, gespeichert und für die kommunalen Fahrzeuge bereitgestellt werden. Vorgesehen ist nach RFNBO-Vorgaben zertifizierter Wasserstoff.
Die Förderung über das Investitionsgesetz Kohleregion wurde nach Angaben des Landkreises von der Interministeriellen Arbeitsgruppe befürwortet. Der Antrag liegt bei der Investitionsbank Brandenburg.
Übergangslösungen in Guben und Schwarze Pumpe
Bis Dezember 2026 sollen zwei mobile Betankungsmöglichkeiten entstehen. In Schwarze Pumpe/Carna Plumpa ist die Anlage direkt am Betriebshof der Verkehrsunternehmen Spree-Neiße Cottbusverkehr-GmbH vorgesehen. Der Standort in Guben soll sich in unmittelbarer Nähe des dortigen Betriebshofes befinden.
Mit der Umsetzung wurde nach europaweiter Ausschreibung die FPS.Energy GmbH beauftragt. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben mit lokalen Dienstleistern, Behörden und weiteren Projektpartnern an beiden Standorten. Für den Betrieb der Fahrzeuge soll ausschließlich zertifizierter erneuerbarer Wasserstoff geliefert werden.
Diese Anlagen dienen als Übergangslösung. Eine weitere mobile Tankinfrastruktur für Spremberg/Grodk und Guben soll über eine EU-weite Ausschreibung vergeben werden, die nach derzeitiger Planung 2027 abgeschlossen wird.
Wasserstoffprojekte in der Lausitz
Der Ausbau ist Teil der Entwicklung eines regionalen Wasserstoffverbundes in der Lausitz. Auch in Cottbus/Chóśebuz sind bereits Wasserstoffbusse im Einsatz. Das Vorhaben in Spree-Neiße verbindet Fahrzeugflotte, Tankstellen und die geplante Erzeugung in Forst.
Landrat Martin Heusler sieht darin einen Beitrag zum Strukturwandel und zur langfristigen Entwicklung der Region. Nach Angaben des Landkreises soll der ausschließliche Einsatz von erneuerbarem Wasserstoff den CO2-Ausstoß des kommunalen Verkehrs verringern und die Luftqualität verbessern.
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