L.o Redaktion | Stadt Weißwasser
Weißwasser fordert Wirtschaftshilfe
Beim Besuch von Wirtschaftsminister Dirk Panter verlangen Stadt und Betriebe verlässliche Regeln, wettbewerbsfähige Energiepreise und Hilfe im Strukturwandel.
Beim Besuch des sächsischen Wirtschaftsministers Dirk Panter am Freitag, 18.09.2026, haben die Stadt Weißwasser/O.L. und Vertreter der regionalen Wirtschaft konkrete Unterstützung für Handwerk und Mittelstand gefordert. Das Gespräch fand in den Hallen der SPIEGEL ART Steffen Noack GmbH & Co. KG statt.
An dem Austausch nahmen lokale Unternehmer sowie Vertreter der Handwerkskammer, der Wirtschaftsförderung und des Landkreises Görlitz teil. Sie verlangten spürbare Entlastungen und verlässliche politische Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung der Oberlausitz.
Forderungen zum Strukturwandel
Oberbürgermeisterin Katja Dietrich erklärte, das Konzept des Net Zero Valley biete bislang zu wenige greifbare Anreize für neue Ansiedlungen. Die Region brauche konkrete Standortvorteile und feste Ansprechpartner im Ministerium. Zudem wünsche sich Weißwasser mehr Unterstützung bei der Nachnutzung der Industrieflächen der LEAG.
Als weitere Belastungen nannten die Gesprächspartner Abwanderung, demografische Veränderungen und Unterrichtsausfall. Dieser führe dazu, dass Eltern ihre Arbeitszeit für die Kinderbetreuung reduzieren müssten. Zugleich sehen die Betriebe die Ausbildung künftiger Fachkräfte gefährdet. Auch eine mögliche Zentralisierung der Berufsbildung bereitet der Region Sorgen.
Energiepreise, Nachfolge und Gründungen
Die Wirtschaftsvertreter sprachen außerdem mehrere zentrale Anliegen an:
- stabile politische Vorgaben und international wettbewerbsfähige Energiepreise,
- Unterstützung bei der Nachfolge in familiengeführten Unternehmen,
- stärkere Anreize für Gründungen und die Meisterausbildung.
Eine mögliche Anhebung der Erbschaftsteuer könne familiengeführte Betriebe nach Einschätzung der Teilnehmer in existenzielle Schwierigkeiten bringen. Als Beispiel für eine gezielte Förderung wurde die in Brandenburg etablierte Meisterprämie genannt.
Panter zeigte Verständnis für die angespannte Lage in der Oberlausitz und kündigte an, die Hinweise in die laufende Regierungsarbeit einzubeziehen. Die brandenburgische Meisterprämie sei ihm in dieser Form neu. Er wolle sich darüber informieren und mögliche Optionen prüfen.
Die Stadt und die regionalen Wirtschaftsvertreter wollen die Ergebnisse des Treffens nun in einem kompakten Forderungspapier zusammenfassen und dem Minister übergeben.
Foto: Maria Schiller, Stadtverwaltung Weißwasser
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