L.o Redaktion
„Schluss mit der Kriegstreiberei!“
Friedenskundgebung in Cottbus fordert Kurswechsel der Bundesregierung
Rund 4.000 Menschen kamen gestern in Cottbus zur Friedenskundgebung der Mittelstandsinitiative Brandenburg e.V. zusammen. Unter dem deutlichen Motto „Frieden statt Kriegstreiberei“ setzten sie ein sichtbares Zeichen für Frieden, Freiheit und eine friedliche Zukunft in Deutschland und Europa.
Cottbus, 1. September 2026. Unter dem deutlichen Motto „Frieden statt Kriegstreiberei“ hat gestern in Cottbus eine Friedenskundgebung der Mittelstandsinitiative Brandenburg e.V. stattgefunden. Die Veranstalter wollten damit ein unübersehbares Zeichen für den Frieden in Deutschland und Europa setzen und zugleich auf die aus ihrer Sicht zunehmende Eskalation der internationalen Politik aufmerksam machen.
Im Mittelpunkt stand die Forderung, den Frieden nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten. Angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage müsse Deutschland nach Auffassung der Veranstalter alles daransetzen, eine weitere militärische Eskalation zu verhindern und stattdessen auf Diplomatie, Verhandlungen und Verständigung zu setzen.
Prominente Stimmen mit klaren Botschaften
Zu den geladenen Rednern gehörten unter anderem Anthony Lee, Uwe Steimle und Antje Hermenau. Sie setzten sich in ihren Beiträgen mit der politischen Entwicklung in Deutschland und Europa auseinander und formulierten deutliche Kritik an der aktuellen Politik der Bundesregierung.
Die Botschaften der Redner waren dabei unmissverständlich: Deutschland brauche keine weitere Eskalation, sondern Frieden. Immer wieder wurde die Frage aufgeworfen, welchen politischen Weg Deutschland künftig einschlagen soll und ob die zunehmende militärische Ausrichtung tatsächlich den Interessen der Bevölkerung entspricht.
Besonders deutlich wurde die politische Kritik in dem wiederholt formulierten Ruf „Merz muss weg“. Die Forderung wurde von verschiedenen Rednern und Mitwirkenden als Ausdruck ihrer Ablehnung der aktuellen Bundesregierung und ihrer politischen Ausrichtung aufgegriffen.
Botschaften über die Videowall
Ein besonderes Element der Veranstaltung war die große Videowall, über die zusätzliche Einspieler und Videobotschaften ausgestrahlt wurden. Damit konnten auch Stimmen in die Kundgebung einbezogen werden, die nicht persönlich in Cottbus auf der Bühne standen.
So richtete unter anderem Peter Hahne eine klare Botschaft zum Thema Frieden an die Teilnehmer. Auch der Influencer „Flecki“ sandte Grüße nach Cottbus und nutzte seine Videobotschaft für deutliche Kritik an der aktuellen Bundesregierung.
Damit wurde die Friedenskundgebung über die unmittelbar anwesenden Redner hinaus zu einer Plattform für unterschiedliche Stimmen, die eines verband: die Forderung nach Frieden und die klare Ablehnung der derzeitigen politischen Entwicklung.
„Militärisches Trommeln“ wird zum Friedenssymbol
Für einen besonders ungewöhnlichen künstlerischen Beitrag sorgte der Künstler Zero. Er griff das Thema des sogenannten „militärischen Trommelns“ auf und machte daraus eine Botschaft für den Frieden.
Hintergrund ist eine Demonstration des Projekts „1 Million“ in Plauen. Nach Darstellung der Veranstalter hatte die Polizei dort versucht, Trommler aus der Demonstration herauszufiltern und dies mit dem Vorwurf des „militärischen Trommelns“ begründet.
Aus dieser Situation entstand die Idee für einen Song von Zero. Statt Trommeln mit militärischer Bedeutung zu verbinden, stellt der Künstler das Trommeln als Ausdruck des Friedens und des gemeinsamen Protestes dar. Bei seinem Beitrag in Cottbus wurden deshalb nicht etwa klassische Musikinstrumente eingesetzt – Plastikeimer wurden zu Trommeln für den Frieden.
Die Botschaft dahinter ist ebenso einfach wie provokant: Wenn Trommeln als militärisches Signal verstanden werden können, dann soll die Bevölkerung eben für den Frieden trommeln.
Klare Kritik an der Bundesregierung
Sowohl die Redner auf der Bühne als auch die über die Videowall zugeschalteten Sprecher und Künstler bezogen klar Stellung gegen die Politik der aktuellen Bundesregierung.
Die Mittelstandsinitiative Brandenburg e.V. bezeichnet die derzeitige politische Ausrichtung als Kriegstreiberei und fordert einen grundlegenden Kurswechsel. Aus Sicht der Veranstalter trägt die Bundesregierung mit ihrer militärischen Unterstützung der Ukraine und ihrer Haltung gegenüber Russland zur weiteren Eskalation bei.
Statt immer neuer Waffenlieferungen und einer zunehmenden militärischen Konfrontation müsse Deutschland wieder stärker auf Diplomatie und Verhandlungen setzen.
Die Kundgebung machte dabei deutlich, dass die Veranstalter ihre Kritik nicht auf einzelne politische Entscheidungen beschränken. Es geht ihnen um eine grundsätzliche Frage: Welches Deutschland wollen wir – ein Land, das sich immer stärker an militärischen Auseinandersetzungen beteiligt, oder ein Land, das sich mit Nachdruck für Frieden und Diplomatie einsetzt?
Frieden braucht eine deutliche Stimme
Mit der Cottbuser Friedenskundgebung wollte die Mittelstandsinitiative Brandenburg e.V. deshalb nicht nur demonstrieren, sondern einen gesellschaftlichen Diskussionsprozess anstoßen.
Frieden, so die zentrale Botschaft der Veranstaltung, dürfe nicht erst dann zum Thema werden, wenn ein Krieg unmittelbar vor der eigenen Haustür stattfindet. Deutschland und Europa müssten bereits heute alles dafür tun, militärische Eskalationen zu verhindern und langfristig wieder tragfähige Beziehungen zwischen den Staaten aufzubauen.
Die zahlreichen Beiträge, Videobotschaften und künstlerischen Aktionen machten dabei eines deutlich: Die Forderung nach Frieden soll wieder unüberhörbar werden.
Oder, wie es der künstlerische Beitrag von Zero auf den Punkt brachte: Nicht für den Krieg trommeln – sondern für den Frieden.
Bemerkenswerte Teilnahme
Bemerkenswert war auch die Altersvielfalt unter den Teilnehmern. Neben zahlreichen Erwachsenen und älteren Besuchern waren auch junge Menschen und Familien mit Kindern bei der Friedenskundgebung auf dem Cottbuser Oberkirchplatz anwesend.
Damit zeigte sich, dass die Themen Frieden, Sicherheit und die politische Entwicklung in Europa nicht ausschließlich ältere Generationen beschäftigen. Auch junge Gäste verfolgten die Beiträge auf der Bühne und die Einspieler über die Videowall und nahmen damit an der öffentlichen Diskussion teil.
Die Mischung der Altersgruppen verlieh der Veranstaltung ein vielfältiges Bild und machte deutlich, dass die Frage nach der zukünftigen Entwicklung Deutschlands und Europas Menschen unterschiedlicher Generationen bewegt.
Die Friedenskundgebung endete damit als sichtbares Zeichen für eine generationenübergreifende Auseinandersetzung mit dem Thema Frieden.
Fotos: Lausitz Online Redaktion
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