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Mühlberg zeigt Maria von Ungarn
Ab Donnerstag, 27.03.2025: Renaissance digital erleben
Im Museum Mühlberg 1547 startet am Donnerstag, 27.03.2025, eine neue Multimedia-Ausstellung zur Renaissance und zur europäischen Machtpolitik des 16. Jahrhunderts. Für die Region ist der historische Bezug naheliegend: Mühlberg ist mit Klostertradition und den Ereignissen der Reformationszeit eng mit dieser Epoche verbunden.
Im Mittelpunkt steht Maria von Ungarn. Die Ausstellung zeigt sie als Schwester von Karl V., als Statthalterin der Niederlande und als politische Akteurin in einer Zeit religiöser und politischer Umbrüche.
Historischer Ort, digitale ZugängeDie Ausstellung eröffnet einen Zugang zur höfischen Kultur der Habsburger. Drei Medieninstallationen machen die Zeit Karls V. auf unterschiedliche Weise erfahrbar. Gezeigt werden historische Ansichten, Klangräume und audiovisuelle Rekonstruktionen.
Damit verbindet das Museum den Ort Mühlberg mit einem europäischen Thema: Die Geschichte der Renaissance wird nicht nur über Texte und Objekte vermittelt, sondern auch über digitale Formen der Darstellung.
Maria von Ungarn als MachtpolitikerinNach Angaben des Museums war Maria von Ungarn eine der prägenden politischen Persönlichkeiten ihrer Zeit. Während Karl V. mit strengen Maßnahmen gegen den Protestantismus die Einheit seines Reiches sichern wollte, verfolgte sie einen diplomatischeren Kurs.
Zeitgenössische Quellen deuten laut Ausstellung darauf hin, dass Maria reformatorischen Ideen mit Interesse und innerer Offenheit begegnete, ohne sich öffentlich festzulegen. Als Regentin übernahm sie nach dem Tod ihrer Tante Margarete von Österreich Verantwortung für die Niederlande, eine wirtschaftlich bedeutende Region Europas.
An ihren Höfen, besonders in Binche und Mariemont im heutigen Belgien, nutzte sie Kunst und Kultur gezielt zur politischen Repräsentation. Architektur, Musik und bildende Kunst standen dort auch für Ordnung, Macht und dynastische Kontinuität.
Europäisches Projekt mit mehreren PartnernDie digitalen Rekonstruktionen entstanden im Rahmen des europäischen Projekts MARY4ALL. Nach Angaben des Museums wurden dabei verlorene Räume, Kunstwerke und Klangwelten der Renaissance virtuell rekonstruiert. Das Projekt verbindet historische Forschung, künstlerische Praxis und technologische Entwicklung.
Kooperationspartner sind das Domaine & Musée royal de Mariemont als koordinierende Institution, die KU Leuven, das RicercarLab sowie das Centre d’études supérieures de la Renaissance. Beteiligt ist außerdem das Netzwerk der Kulturrouten Kaiser Karls V., zu dem auch Mühlberg gehört.
Die im Projekt entwickelten Installationen werden an mehreren europäischen Standorten gezeigt: neben Mühlberg auch in Brüssel, Laredo und Granada.
Was Besucher in Mühlberg erwartetDie Ausstellung richtet den Blick auf eine historische Persönlichkeit, die zwischen Macht, Diplomatie und Kulturpolitik agierte. Für Besucher in der Lausitz und im südbrandenburgischen Raum bietet sie einen regional verankerten Zugang zu einem europäischen Kapitel der Renaissance.
Foto: Museum der Schönen Künste, Budapest, Ungarn
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