News & Nachrichten aus der Lausitz
Neue Radrouten ab Lübbenau
Drei Strecken, neue Ideen, Fokus Region
In Lübbenau/Spreewald arbeiten Stadtmarketing, Touristinformation und Studierende an neuen Radtouren für Tagestouren in die Niederlausitz. Ziel ist es, verlässliche und offiziell nutzbare Strecken zu entwickeln, die Gäste länger in der Region halten und zugleich stark frequentierte Bereiche in Lübbenau und Lehde entlasten könnten.
Die AG Stadtmarketing „Wir für Lübbenau“ befasst sich bereits seit dem vergangenen Jahr mit Lübbenau als Rad-Destination. Nach Einschätzung der Runde eignet sich die Spreewaldstadt weniger als klassisches Etappenziel auf Fernradwegen, weil dafür Unterkünfte für nur eine Nacht fehlen. Als Ausgangspunkt für Radtouren in die Umgebung werde Lübbenau dagegen als gut geeignet eingeschätzt.
Studierende erarbeiten neue StreckenFür das Vorhaben holte sich die Arbeitsgruppe erneut Unterstützung von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Nico Heitepriem, Referent für Forschung und Monitoring beim Biosphärenreservat Spreewald, gab einen Projektauftrag zum nachhaltigen Fahrradtourismus an vier Studierende weiter. Beteiligt waren Leon Bille, Julika Bollmann, Lilly Luisa Fellenberg und Joanne Hartkopf aus dem Masterstudiengang Nachhaltige Regionalentwicklung.
In einer Sitzung der Stadtmarketingrunde stellten sie ihre Ergebnisse vor. Untersucht wurde ein Gebiet von Lübbenau/Spreewald aus in Richtung Calau, Luckau und Vetschau in einem Radius von 15 bis 30 Kilometern.
Nur freigegebene Wege sollen beworben werdenBei der Planung mussten die Autobahnen 13 und 15 sowie einzelne Sperrzonen in der Bergbaufolgelandschaft berücksichtigt werden. In der Stadtmarketingrunde bestand Einigkeit darüber, dass nur Strecken beworben werden sollen, die offiziell freigegeben sind und nicht durch gesperrte Bereiche führen.
Nach Angaben der Spreewald-Touristinformation Lübbenau fragen Gäste vor Ort regelmäßig nach Routenvorschlägen. Daneben würden auch digitale Angebote über das Smartphone genutzt, etwa über bekannte Freizeit-Apps. Aus Sicht der Arbeitsgruppe sollten dort hinterlegte Touren geprüft werden, bevor sie empfohlen werden.
Drei neue Touren zwischen 30 und 60 KilometernDie Studierenden waren mehrfach selbst mit dem Fahrrad in der Region unterwegs. Entstanden sind drei neue Routen mit einer Länge von 30 bis 60 Kilometern, darunter eine Strecke mit Erweiterungsmöglichkeit. Inhaltlich ordnen sie die Touren den Themen ländlicher Genuss, Kultur und Natur zu.
„Trotzdem führen die Strecken durch landschaftlich schöne Räume. Immer mehr Menschen sehnen sich nach Ruhe – die finden sie in der Region“, sagt Lilly Luisa Fellenberg.
Nach Einschätzung der Studierenden gibt es in den kleineren Orten entlang der Wege eher wenige touristische Anziehungspunkte. Gerade darin sehen sie aber auch eine Chance für ruhige Touren abseits stark besuchter Bereiche.
Ideen für die weitere EntwicklungFür die weitere Ausarbeitung empfehlen die Studierenden, Akteure und Einwohner in die Entwicklung einzubeziehen. Genannt wurden unter anderem:
- Rätseltouren für Familien
- Audioguides mit historischen Informationen zu den Dörfern
- Regiomaten mit regionalen Produkten wie Käse, Wurst oder Eis
Solche Angebote könnten nach ihrer Einschätzung fehlende Gastronomie entlang einzelner Strecken teilweise ausgleichen und zugleich die regionale Wertschöpfung stärken.
Außerdem könnten die neuen Touren dazu beitragen, dass Urlauber länger in Lübbenau/Spreewald bleiben, um weitere Ziele in der Umgebung zu entdecken. Als zusätzlichen Reiz nannten die Studierenden den Kontrast zwischen Spreewald und Bergbaufolgelandschaft.
Weitere Beratungen geplantIn einer der nächsten Stadtmarketingrunden soll das Thema weiter beraten werden. Geplant sind nach Angaben der Runde unter anderem detaillierte Tourenbeschreibungen, Gespräche mit Produzenten und Dienstleistern sowie Testfahrten der vorgeschlagenen Strecken.
„Ich kenne Senioren, die Spaß daran hätten, diese Touren abzufahren“, sagte Queenie Nopper vom Gleis 3.
Zudem sollen die Routen vollständig in Freizeit-Apps eingepflegt werden. Professor Felix Herle, Moderator der Stadtmarketingrunde, regte außerdem an, mögliche Verknüpfungen mit dem bestehenden Dörfer-Konzept zu prüfen.
Foto: C. Hentschel
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