Nachrichten aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz
20 Jahre Spreewaldhaus in Lübbenau
„Wir haben es nicht eine Minute bereut...“
In Lübbenau hat die WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH das 20-jährige Jubiläum des Spreewaldhauses gefeiert. Das sanierte Hochhaus am Roten Platz gilt für viele Bewohner als Wohnangebot mit Service, Aufzug und gemeinschaftlichem Alltag im Alter.
Zu den ersten Mietern gehörten Johanna Exner und ihr Mann. Sie zogen im Mai 2006 in das damals neu sanierte ehemalige Hochhaus I ein. Beim Jubiläumsfest erinnerte WIS-Geschäftsführer Michael Jakobs daran, dass für das Gebäude ursprünglich bereits eine Abrissgenehmigung vorlag. Im Zuge des Stadtumbaus in Lübbenau/Spreewald seit Ende der 1990er Jahre wurden die Pläne jedoch geändert. Nach guten Erfahrungen mit angebauten Aufzügen an Wohnhäusern in der Robert-Koch-Straße entschied sich die WIS für eine Sanierung des markanten Hochhauses.
Aus 115 kleinen Apartments wurden 44 WohnungenAus den früheren 115 Ein-Raum-Apartments mit jeweils 23 m² entstanden 44 Wohnungen mit großzügigen Loggien. Angeboten werden Ein-Raum-Wohnungen mit 47 m² und Zwei-Raum-Wohnungen mit 70 m². Hinzu kommen zwei Maisonettewohnungen.
Das 12-geschossige Gebäude trägt den Namen Spreewaldhaus wegen seiner Nähe zum Spreewald. Ziel der Sanierung war es laut WIS, keine anonyme Hochhausatmosphäre entstehen zu lassen, sondern ein Wohnhaus mit Begegnung und Unterstützung im Alltag.
Service im Haus und Angebote für den AlltagZum Konzept gehört ein Concierge-Service. Zwei Mitarbeiterinnen sind vor Ort Ansprechpartner für die Bewohner. Im Gemeinschaftsraum gibt es Gelegenheit für Gespräche und gemeinsame Treffen. Über das Jahr werden außerdem Feste, Spielrunden und Ausflüge organisiert.
Hannelore und ihr Mann wohnen seit 2014 im Spreewaldhaus. Nach vielen Jahren im Einfamilienhaus in Lübbenau wurde ihnen der Alltag mit Haus und Garten zu aufwendig. Sie schätzen heute vor allem den Platz in der Wohnung, den Aufzug und die gemeinsamen Angebote im Haus.
Auch Johanna Exner hebt hervor, dass das Wohnen dort nach dem Tod ihres Mannes Sicherheit und Gesellschaft bietet. Für ihren Mann, der auf einen Rollstuhl angewiesen war, seien die Größe der Wohnung, der Aufzug und die Unterstützung im Haus eine große Hilfe gewesen.
Monika Lungkwitz, die mit ihrem Mann seit 16 Jahren im Spreewaldhaus lebt, nennt weitere praktische Hilfen: Die Concierge-Mitarbeiter nehmen Pakete an, helfen bei Fragen zum Computer und gießen Blumen, wenn Bewohner unterwegs sind. Ihr Mann spiele regelmäßig Skat mit Nachbarn.
Bewegung, Begegnung und kurze WegeErst im August des vergangenen Jahres zog Hildegard Lubig in das Haus. Die 84-Jährige betont vor allem den Gewinn durch den Aufzug. Montags vormittags treffen sich Bewohner zu einer gemeinsamen Sportstunde im Sitzen, damit jeder mitmachen kann. Hildegard Lubig hat dabei nach eigenen Angaben bereits Übungen gezeigt. Einen weiteren Impuls brachte Jutta Burkhardt ein, die 2021 aus Wiesbaden nach Lübbenau zog.
Nach Angaben der WIS steht im Spreewaldhaus keine Wohnung leer. Das Konzept wurde bereits 2009 mit dem Deutschen Bauherrenpreis in der Kategorie Modernisierung ausgezeichnet.
„Jeder hat die Wahl, wer alleine bleiben will, bleibt für sich in seiner Wohnung und wer Gesellschaft will, findet sie hier“, sagt Hannelore Schwörig.
Fotos: A. Rothe und C. Hentschel
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