Nachrichten aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz
Senftenberg baut Fernwärme um
43 Mio. € für Trasse, Speicher und weniger CO2
In Senftenberg soll die Fernwärmeversorgung grundlegend umgebaut werden. Die Stadtwerke investieren dafür mehr als 43.000.000,00 €. Kern des Vorhabens ist eine neue Verbindung zwischen der thermischen Abfallverwertung am Kraftwerk „Sonne“ in Großräschen und dem Fernwärmenetz in Senftenberg. Für Bürger in der Region bedeutet das: Künftig soll mehr Wärme aus industrieller Abwärme und weniger aus Erdgas kommen.
Die Chefin der Staatskanzlei, Ministerin Kathrin Schneider, übergab dazu heute einen Zuwendungsbescheid über mehr als 37.000.000,00 € aus Strukturstärkungsmitteln an Stadtwerkechef Ronny Kleinert. Ein genaues Datum wurde im vorliegenden Material nicht genannt.
Was gebaut werden sollGeplant sind Wärmeüberträgerstationen, Wärmespeicheranlagen und eine rund zehn Kilometer lange Fernwärmetrasse zwischen Großräschen und Senftenberg. Mit der Umstellung von der bisher überwiegend erdgasbasierten Wärmeerzeugung auf thermische Abfallverwertung soll der CO2-Ausstoß um etwa 15.000 Tonnen pro Jahr sinken.
Abwärme aus Großräschen für SenftenbergNach Angaben der Stadtwerke sollen ab 2029 jährlich mindestens 60.000 Megawattstunden industrielle Abwärme aus dem Kraftwerk „Sonne“ Großräschen nach Senftenberg geliefert werden. Genutzt wird dabei Wärme, die bei der Müllverbrennung ohnehin entsteht.
In Großräschen betreibt EEW Energy from Waste auf einem ehemaligen Kohlestandort ein Ersatzbrennstoffwerk und eine Müllverbrennungsanlage. Dort werden pro Jahr fast 300.000 Tonnen Abfälle thermisch verarbeitet und in Energie mit einer Gesamtleistung von 66 Megawatt umgewandelt.
Bedeutung für die RegionDie Stadtwerke Senftenberg versorgen nach eigenen Angaben knapp 24.000 Menschen in der Region mit Strom, Gas und Fernwärme. Mit dem neuen Vorhaben setzen sie ihren schrittweisen Umbau hin zu einer nachhaltigeren Energiegewinnung fort.
Ministerin Kathrin Schneider erklärte, mit dem Umbau der Wärmeversorgung würden Wirtschaft, effiziente Energienutzung und Klimaschutz verbunden. Bislang ungenutzte Abwärme vom Industriestandort „Sonne“ solle als Fernwärme für Tausende Bürger nutzbar gemacht werden. Die Förderung aus der Strukturstärkung sei eine Investition in regionale Infrastruktur, bezahlbare und klimaschonende Energienutzung sowie in die Daseinsvorsorge.
Der Lausitz-Beauftragte des Ministerpräsidenten, Dr. Klaus Freytag, bezeichnete das Projekt als weiteren Baustein im Strukturwandel der Lausitz. Es zeige, wie Energieversorgung und wirtschaftliche Entwicklung verbunden werden könnten.
Foto: Kepler
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