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Ehemalige TKS-Geschäftsführerin äußert Kritik

Fragwürdiger Umgang mit der Gesellschaft und ihrer Insolvenz

Dahme-Spreewald (LDS)
Samstag 13. Juni 2026
Niederlausitz
Spreewald
3 min
Kategorie:
Politik & Kommunales

Die ehemalige Geschäftsführerin der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing GmbH (TKS) Lübben, Kerstin Micknaß, hat sich zu den Umständen der Insolvenz der Gesellschaft sowie zu den vorausgegangenen Entscheidungsprozessen geäußert. Nach ihrer Darstellung seien verschiedene Konzepte zur Weiterentwicklung und wirtschaftlichen Stabilisierung der TKS erarbeitet worden, ohne dass diese letztlich umgesetzt wurden.

Micknaß erklärt, sie habe lange darauf vertraut, dass die Entscheidungen der Stadtverwaltung auf Grundlage der angespannten Haushaltslage getroffen würden. Die Insolvenz der TKS sei stets mit dem Wegfall freiwilliger Leistungen begründet worden. Umso größer sei ihre Verwunderung gewesen, als gleichzeitig neue Strukturen aufgebaut und bisherige Aufgaben der TKS in anderer Form fortgeführt wurden.

„Ich habe mich verkauft, verarscht und verraten gefühlt“, erklärt Micknaß rückblickend. „In meinem Berufsleben als Banker, Unternehmensberaterin und systemischer Coach habe ich schon vieles erlebt, aber noch nie eine Situation, die ich als so unehrlich empfunden habe.“

Besonders verweist die ehemalige Geschäftsführerin auf die Fortführung der bisherigen Wochenpost in Form eines neuen Newsletters innerhalb der Stadtverwaltung. Nach ihrer Auffassung habe die TKS über Jahre ein funktionierendes System zur touristischen Vermarktung und Veranstaltungskommunikation aufgebaut. Dazu gehörten die Pflege von Veranstaltungsdaten, touristischen Angeboten und sogenannten Point-of-Interest-Einträgen, die für die digitale Sichtbarkeit der Stadt von großer Bedeutung seien.

Nach Angaben von Micknaß wurden diese Leistungen zunächst eingeschränkt oder eingestellt. Heute würden vergleichbare Aufgaben wieder übernommen, allerdings mit höherem personellen Aufwand.

„Es ist eine Schande, dass ein gut funktionierendes System zunächst zerstört und anschließend mit erheblichem Aufwand wieder aufgebaut wird“, so Micknaß.

Während ihrer Amtszeit seien verschiedene Modelle zur Neuausrichtung der TKS entwickelt worden. Dazu gehörten die organisatorische Anbindung an eine andere städtische Gesellschaft, die Integration von Aufgabenbereichen in die Stadtverwaltung bei Erhalt der GmbH-Struktur sowie die Verlagerung der Tourist Information in das Museum. Nach ihrer Einschätzung hätten diese Konzepte sowohl Einsparungen ermöglicht als auch die touristischen Leistungen langfristig gesichert.

Zusätzlich seien neue Veranstaltungsformate für das Jahr 2026 sowie langfristige Sponsoringkonzepte vorbereitet worden. Dazu zählten unter anderem Ideen zur Weiterentwicklung bestehender Veranstaltungen und Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Veranstaltungsbereichs.

Erste Hinweise auf eine mögliche Insolvenz habe es nach Angaben der ehemaligen Geschäftsführerin im Herbst 2025 gegeben. Die endgültige Entscheidung sei jedoch kurzfristig erfolgt. Nachdem der TKS kurz vor Weihnachten mitgeteilt worden sei, dass ab 2026 keine Zuschüsse mehr gezahlt würden, habe die Gesellschaft die erforderlichen insolvenzrechtlichen Schritte eingeleitet.

Micknaß kritisiert insbesondere das Vorgehen im Zusammenhang mit dieser Entscheidung. „Ich habe die Insolvenz als unüberlegt, überhastet und planlos erlebt“, erklärt sie. „Die dadurch entstandene Unruhe, die Verunsicherung der Mitarbeitenden und der Imageschaden für die Stadt wären aus meiner Sicht vermeidbar gewesen.“

Besonders hebt sie die Arbeit der Beschäftigten hervor.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben engagiert gearbeitet, Veränderungen mitgetragen und sich vollständig mit ihren Aufgaben identifiziert. Sie hätten aus meiner Sicht eine andere Perspektive verdient gehabt.“

Mit Blick auf die Ursachen der Insolvenz verweist Micknaß darauf, dass in der Vergangenheit zwar Fehler gemacht worden seien, diese jedoch schrittweise korrigiert worden seien. Nach ihrer Darstellung habe sich die Gesellschaft zuletzt positiv entwickelt und tragfähige Zukunftsperspektiven erarbeitet.

„Veränderungen benötigen Zeit“, sagt Micknaß. „Diese Zeit wurde der TKS aus meiner Sicht nicht gegeben. Die eingeleiteten Reformen konnten ihre Wirkung deshalb nicht mehr vollständig entfalten.“

Mit Kerstin Micknaß sprach die Lübbener Stadtverodnete Nancy Schndlinger

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