L.o Redaktion | Stadt Eisenhüttenstadt
Leere Gärten in Eisenhüttenstadt
Stadt und Verband planen, ungenutzte Flächen zu renaturieren.
In Eisenhüttenstadt stehen rund 460 Kleingartenparzellen leer. Die Stadt arbeitet deshalb gemeinsam mit dem Verband der Gartenfreunde Eisenhüttenstadt e.V. und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Oder-Spree an einer Lösung. Nicht mehr benötigte Gartenflächen sollen schrittweise aufgegeben und renaturiert werden. Der räumliche Schwerpunkt liegt zunächst bei den Kleingartensparten „Buchwald“ und „Am alten Kraftwerk“.
Ziel ist es, den Bestand an die Nachfrage anzupassen und das Kleingartenwesen langfristig zu erhalten. Anlagen, die langfristig weiter genutzt werden können, sollen gestärkt und entwickelt werden. Nicht mehr benötigte Flächen sollen entsprechend den landschaftspflegerischen Zielen ökologisch aufgewertet werden.
Von insgesamt etwa 3.500 Gärten im Stadtgebiet sind derzeit rund 13 % ungenutzt. Der Leerstand verteilt sich ungleichmäßig auf mehr als 60 Kleingartenvereine. Der Altersdurchschnitt der Kleingärtner liegt bei etwa 60 Jahren. Mit dem prognostizierten weiteren Rückgang der Einwohnerzahl wird sich das Leerstandsproblem voraussichtlich verschärfen.
Die Stadt begann 2019 mit der Erarbeitung eines Kleingartenentwicklungskonzepts. Für dessen Entwurf wurden 2022 in sämtlichen Kleingartenanlagen umfangreiche Strukturdaten erhoben und bewertet. Derzeit wird der Entwurf aktualisiert; auch die vorgeschlagenen Maßnahmen werden überprüft. Dabei fließen die Entwicklung von Leerstand und Altersstruktur sowie veränderte Rahmenbedingungen ein, darunter neue Ziele der Hochwasserschutzplanung des Landes Brandenburg.
Hintergrund ist die rückläufige Einwohnerzahl Eisenhüttenstadts. Während seit 2002 im Rahmen des Stadtumbaus 7.150 leer stehende Wohnungen und einige Hundert ungenutzte Garagen zurückgebaut wurden, blieb die Zahl der Kleingärten nahezu konstant.
Die Zusammenarbeit von Stadt, Gartenverband und Naturschutzbehörde soll den betroffenen Vereinen helfen, vorhandene Leerstände schrittweise und räumlich gebündelt zu reduzieren.
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