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Lausitz, 14.10.2026

Gesellschaft

Forst: Infoabend zum Zukunftscampus

Am 4. November geht es auch um den OSZ-Ausweichstandort.

14.10.2026
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Lausitz.online Redaktion

Tradition neu denken - Teil 2

Warum ausgerechnet Kekse?

Spree-Neiße (SPN)
Dienstag 22. September 2026
Serie
8 min
Von: Lausitz.online Redaktion
Kategorie:
Wirtschaft

Der Dorfladen ist seit dem 1. August Geschichte. Jetzt beginnt für die Familienbäckerei in Guhrow der eigentliche Neustart: Aus der klassischen Landbäckerei soll eine spezialisierte Keksfaktur werden.

GUHROW – Am 1. August wurde in Guhrow zum letzten Mal Brot, Brötchen und Kuchen über die Ladentheke der traditionsreichen Familienbäckerei verkauft. Nach mehr als 130 Jahren endete damit ein Stück Dorfgeschichte.
Doch während der Laden geschlossen ist, geht die Arbeit in der Backstube weiter.
Für den Inhaber ist das ein entscheidender Unterschied: Der Laden ist geschlossen – die Bäckerei nicht.
Jetzt beginnt die nächste Phase des Familienbetriebs. Die Backstube soll sich Schritt für Schritt zu einer spezialisierten Keksfaktur entwickeln.

Nicht mehr alles anbieten, sondern das Richtige

Hinter der neuen Ausrichtung steckt eine einfache unternehmerische Überlegung: Ein kleiner Handwerksbetrieb kann heute kaum noch dauerhaft versuchen, mit großen Bäckereiketten, Supermärkten und Discountern über die Breite des Sortiments und den Preis zu konkurrieren.
Deshalb will sich der Bäckermeister künftig stärker auf das konzentrieren, was den eigenen Betrieb auszeichnet: handwerklich hergestellte Kekse und besondere Cookies.

„Statt zu versuchen, als kleiner Betrieb alles gleichzeitig anzubieten, möchte ich mich auf das konzentrieren, womit wir uns wirklich unterscheiden können.“

Die Spezialisierung bedeutet dabei nicht weniger Handwerk. Im Gegenteil. Die vorhandene Erfahrung soll gezielt auf wenige Produkte konzentriert werden.

Warum gerade Kekse?

Kekse gehören schon lange zum Sortiment der Bäckerei. Nun sollen sie zum Mittelpunkt des Unternehmens werden.
Das hat auch mit den Möglichkeiten des neuen Geschäftsmodells zu tun.
Brot und Brötchen sind klassische Produkte des täglichen Bedarfs. Sie müssen frisch hergestellt und möglichst schnell verkauft werden. Ein Dorfladen oder eine regionale Verkaufsstruktur liegt deshalb nahe.

Bei Keksen sieht die Situation anders aus.

Sie lassen sich produzieren, verpacken und über größere Entfernungen verschicken. Damit kann der Kundenkreis deutlich über Guhrow und die unmittelbare Umgebung hinaus erweitert werden.
Genau diese Möglichkeit möchte der Unternehmer nutzen.

Die Backstube bleibt in Guhrow

An der Herkunft der Produkte soll sich nichts ändern.
Die Kekse entstehen weiterhin in der Backstube der Familienbäckerei in Guhrow. Dort werden sie hergestellt, gebacken und verpackt.

„Die Kekse entstehen weiterhin hier in Guhrow in unserer Backstube. Verkauft werden sie aber nicht mehr nur an Menschen aus der Umgebung, sondern über unseren Onlineshop und vielleicht auch dann zunehmend über Händler in ganz Deutschland.“

Damit verbindet die neue Ausrichtung zwei Welten, die auf den ersten Blick kaum zusammenpassen: mehr als 130 Jahre Handwerkstradition und moderner Onlinehandel.

Vom Dorf in den Onlineshop

Mit dem geschlossenen Ladengeschäft verändert sich auch die Beziehung zu den Kunden.
Bisher musste der Kunde nach Guhrow kommen, um die Produkte der Bäckerei zu kaufen.
Künftig sollen die Produkte aus Guhrow zum Kunden kommen.
Ein Onlineshop soll dabei eine zentrale Rolle spielen. Gleichzeitig möchte die Bäckerei zunehmend Händler gewinnen, die die Produkte in anderen Regionen Deutschlands anbieten.
Damit wird aus einem regional begrenzten Geschäftsmodell ein überregionaler Ansatz.
Die Produktion bleibt klein und handwerklich. Der Absatzmarkt soll dagegen wachsen.

Eine neue Zukunft für altes Handwerk

Für den Bäckermeister Sven Hofmann ist die Keksfaktur deshalb mehr als eine neue Geschäftsidee.

„Ich möchte das alte Handwerk nicht aufgeben. Ich versuche, ein Geschäftsmodell zu verändern, damit dieses Handwerk überhaupt weiterbestehen kann.“

Die Schließung des Ladens war somit nicht das Ende der Familienbäckerei, sondern eine Konsequenz aus der Erkenntnis, dass das bisherige Modell langfristig nicht mehr funktioniert.
Nun muss sich zeigen, ob das neue Modell trägt.
Welche Produkte besonders gefragt sein werden, wie die Kunden auf die Keksfaktur reagieren und ob der Vertrieb über den Onlineshop und Händler tatsächlich funktioniert, ist heute noch offen.

Fest steht nur: Seit dem 1. August gibt es in Guhrow keinen klassischen Bäckerladen mehr. Aber es gibt weiterhin eine Backstube – und eine neue Idee, die dort gerade erst beginnt.

Fortsetzung folgt: Wie fühlt sich der erste Tag ohne eigenen Laden an – und was passiert jetzt in der Backstube?

 

Die Kekse entstehen weiterhin in der Backstube der Familienbäckerei in Guhrow. Dort werden sie hergestellt, gebacken und verpackt.
Die Kekse entstehen weiterhin in der Backstube der Familienbäckerei in Guhrow. Dort werden sie hergestellt, gebacken und verpackt.
Foto: privat

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Nach mehr als 130 Jahren schließt die Familienbäckerei in Guhrow Ende August ihren Dorfladen. Doch der Bäckermeister Sven Hoffmann gibt den Familienbetrieb nicht auf. Er will die Backstube erhalten und das Unternehmen grundlegend neu ausrichten. GUHROW – Seit 1892 gehört die Familienbäckerei zum Leben in Guhrow. Vier Generationen haben hier Brot, Brötchen, Kuchen und Feingebäck hergestellt und an die Menschen aus dem Ort und der Umgebung verkauft. Ende August 2026 wird diese Tradition in ihrer bisherigen Form jedoch zu Ende gehen: Der Dorfladen schließt. Für den heutigen Inhaber Hoffmann ist das eine Entscheidung, die weit über eine wirtschaftliche Frage hinausgeht. Er führt den Familienbetrieb inzwischen in vierter Generation. Selbstständig ist er seit 2009, 2016 übernahm er die Bäckerei. Lange war für ihn selbstverständlich, dass eine Bäckerei auch einen eigenen Laden braucht. „Brot, Brötchen, Kuchen, Kekse – morgens backen, Laden aufmachen und verkaufen. Genau so hat es über Generationen funktioniert.“ Doch die Bedingungen haben sich verändert. Wenn Tradition allein nicht mehr reicht Vor allem für einen kleinen Handwerksbetrieb...
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