Von C.M.Schwab
Sport aktuell
„Night of Fighters“
Calau meldet sich in der Kampfsportszene zurück
Ausverkaufte Stadthalle, spannende Kämpfe und ein zufriedener Veranstalter: Der ehemalige K1-Europameister Mario Schulze etabliert mit seiner Kampfsportgala ein sportliches Highlight in der Lausitz. Dabei geht sein Engagement weit über den Wettkampfsport hinaus.
Volles Haus am 10. Oktober in der Stadthalle Calau: Die „Night of Fighters“ brachte Kampfsportler aus verschiedenen ostdeutschen Städten in den Ring und begeisterte das Publikum. Für Veranstalter Mario Schulze, ehemaliger Europameister im K1, erfüllten sich die Erwartungen. Seine eigenen Kämpfer verbuchten zwei Siege und ein Unentschieden. Vor allem aber zeigte die Veranstaltung, dass sich in der Lausitz wieder eine lebendige Kampfsportszene entwickelt.
Unterstützt vom Fightclub 193 aus Schwarzheide und dem Team Brandenburg Kickboxen hatte Schulze eine Gala auf die Beine gestellt, bei der sportlicher Ehrgeiz und kameradschaftliches Miteinander gleichermaßen zu erleben waren. Vereine aus Berlin, Dresden, Halle und weiteren Städten gehören inzwischen zum Netzwerk.
Vom Leistungssport bis zum Fitnessboxen
Mario Schulze ist in der regionalen Kampfsportszene kein Unbekannter. Seine eigenen sportlichen Erfolge feierte er unter anderem bei der „Explosion Fight Night“ in Senftenberg. Heute widmet er sich vor allem der Ausbildung neuer Sportler und der Entwicklung seines Kampfsport & Athleticcenters (KAC) in Calau. Dort verbindet er leistungsorientierten Kampfsport mit einem breiten Fitness- und Bewegungsangebot. Bereits Sechsjährige können bei den „Bambinis“ spielerisch Koordination und Körpergefühl entwickeln. Ab zehn Jahren lernen die „Kids Fighter“ erste Box- und Kickboxtechniken, verbunden mit Konzentration, Disziplin und Fairness. Erwachsene können über Einsteiger- und Fortgeschrittenengruppen bis zum Wettkampfsport aufsteigen. Wer dagegen einfach seine Fitness verbessern möchte, findet im Fitnessboxen und Athletiktraining ein Angebot ohne Wettkampfdruck und ohne notwendige Kampfsporterfahrung. Auch Frauen können hier unabhängig von sportlicher Vorerfahrung einsteigen. Trainiert wird mit Boxtechniken, Zirkeltraining sowie Übungen für Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Damit ist das KAC weit mehr als eine Trainingsstätte für ambitionierte Kämpfer. Es bietet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unterschiedliche Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen – vom gesundheitsorientierten Freizeitsport bis zur Wettkampfvorbereitung.
Ein Gemeinschaftswerk mit Perspektive
Wie viel Arbeit hinter der „Night of Fighters“ steckt, wurde beim Gespräch mit Mario Schulze deutlich. Gemeinsam mit seiner Frau übernahm er einen Großteil der Organisation. Rund 20 bis 25 Helfer und etwa 17 Sponsoren unterstützten die Veranstaltung. Nach dem Erfolg in Calau denkt Schulze bereits über eine Neuauflage nach – möglicherweise schon 2027 und in einer größeren Halle. Dabei möchte er eines unbedingt bewahren: den familiären Charakter und den Zusammenhalt der Kampfsportgemeinschaft. Der nächste sportliche Termin steht bereits fest. Am 5. Dezember wollen Kämpfer aus Calau beim Berlin-Brandenburg Cup des Fightclub 193 in Schwarzheide antreten.
Interview: „Das Gemeinschaftsgefühl möchte ich unbedingt behalten“
Mario, die Stadthalle war ausverkauft. Wie fällt deine Bilanz aus?
Meine Erwartungen wurden erfüllt. Wir wollten eine volle Halle und natürlich erfolgreiche Kämpfe unserer eigenen Sportler. Das hat funktioniert. Zwei Siege und ein Unentschieden sind eine gute Bilanz. Besonders gefreut hat mich aber auch die Zusammenarbeit mit den anderen Teams. Das hat alles sehr gut harmoniert.
Die Kampfsportclubs kommen inzwischen aus mehreren ostdeutschen Städten nach Calau. Ist die Lausitz damit wieder stärker auf der Landkarte des Kampfsports vertreten?
Ja, das sehe ich schon so. Viele kennen mich noch aus meiner aktiven Zeit. Aber wir mussten uns als Veranstaltungsort erst wieder präsentieren. Inzwischen merken die anderen Clubs, dass hier in der Lausitz wieder etwas passiert. Das positive Feedback zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Wie viel organisatorischer Aufwand steckt hinter einem solchen Abend?
Enorm viel. Meine Frau und ich haben einen Großteil selbst organisiert. Natürlich hatten wir ein Team mit festen Ansprechpartnern und insgesamt etwa 20 bis 25 Helfer. Dazu kamen rund 17 Sponsoren. Aber von der Kartenorganisation über die Ausstattung bis zum Catering gibt es unglaublich viel zu erledigen.
Du denkst bereits über eine größere Veranstaltung nach. Kann man das noch auf dieser familiären Basis stemmen? Das Gemeinschaftsgefühl möchte ich unbedingt behalten. Das gehört für mich dazu. Wenn wir größer werden, müssen wir sicherlich zusätzliche Leute einbinden und Aufgaben stärker verteilen. Aber ich möchte nicht, dass dadurch der familiäre Charakter verloren geht.
Wie entwickelt sich der Nachwuchs?
Gibt es genügend junge Leute, die tatsächlich Wettkämpfe bestreiten wollen? Über mangelndes Interesse am Training können wir uns nicht beklagen. Schwieriger ist es, Sportler für den Wettkampfbereich aufzubauen. Viele haben durch Schule, Abitur, Arbeit oder Schichtdienst einfach nicht die Zeit, regelmäßig und intensiv genug zu trainieren. Für Wettkämpfe braucht man eine vernünftige Vorbereitung. Vier bis fünf Trainingseinheiten pro Woche sollten es schon sein.
Dabei unterstützt dich inzwischen wieder dein früherer Trainer Thomas Schreiber?
Genau. Ich habe ihn gewissermaßen aus dem Ruhestand zurückgeholt. Er wollte eigentlich aufhören, aber jetzt ist er wieder dabei und kümmert sich speziell um unsere Wettkämpfer. Das ist für mich eine große Entlastung.
Wie geht es mit der „Night of Fighters“ weiter?
Wir wollen auf jeden Fall schauen, wie wir die Veranstaltung fortsetzen können. Ich habe bereits eine größere Halle im Blick. Das könnte auch außerhalb von Calau sein. Vielleicht klappt es sogar schon im nächsten Jahr. Aber da ist noch nichts entschieden.
Was steht sportlich als Nächstes an?
Am 5. Dezember findet in Schwarzheide der Brandenburg Cup statt. Dort wollen wir wieder mit mehreren Kämpfern vertreten sein. Die Zusammenarbeit mit den befreundeten Clubs bleibt für uns sehr wichtig.
Kampfsport & Athleticcenter Calau: https://www.kac-calau.de
Berlin-Brandenburg Cup, 5. Dezember 2026, SeeCampus Schwarzheide:
https://www.stadt-schwarzheide.de/veranstaltungen/.....
Foto: Tudyka
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