L.o Redaktion | Land Brandenburg
Brandenburgs Jugend raucht und trinkt mehr
Studie zu Substanzkonsum: Jugendliche greifen öfter zu Vapes und ähnlichen Produkten
Brandenburgs Gesundheitsministerium hat am 1. Oktober 2026 die Studie „Brandenburger Jugendliche und Substanzkonsum“ veröffentlicht. Die Befragung von rund 1.700 Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassen im Land liefert Grundlagen für Präventionsmaßnahmen und zeigt vor allem einen deutlich gestiegenen Konsum von E-Zigaretten und Vapes.
Vapes legen deutlich zu, Alkohol leicht
Der Anteil der Jugendlichen, die täglich E-Zigaretten, E-Shisha oder sogenannte Vaporizer konsumieren, stieg gegenüber 2021 von 1,2 auf 13,1 Prozent. Rund 20 Prozent nutzen solche Produkte mindestens wöchentlich, etwa die Hälfte hat sie zumindest einmal probiert. Tägliches Tabakrauchen nahm von 9,9 auf 11,2 Prozent zu. Jungen rauchen häufiger täglich Tabak, Mädchen greifen häufiger regelmäßig zu Vapes.
Mindestens wöchentlich trinken inzwischen 12,8 Prozent Alkohol, nach 12,0 Prozent bei der vorherigen Befragung. Nach einem langjährigen Rückgang steigt dieser Anteil damit wieder leicht. Bei Jungen liegt er aktuell bei 16,9 Prozent, bei Mädchen bei 8,2 Prozent.
Gleichzeitig geht das Rauschtrinken weiter zurück. Der Anteil der Jugendlichen, die mindestens dreimal monatlich mehr als fünf alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit trinken, sank von 30,8 Prozent im Schuljahr 2004/2005 auf 13,7 Prozent im Schuljahr 2024/2025. Wöchentlicher Cannabiskonsum ging gegenüber 2020/2021 von 3,9 auf 3,3 Prozent zurück.
Mehr Erfahrungen mit Online-Glücksspiel
19,9 Prozent haben bereits im Internet an Glücksspielen teilgenommen, gegenüber 8,8 Prozent bei der vorherigen Erhebung. Online-Spiele mit glücksspielähnlichen Inhalten haben 21,6 Prozent ausprobiert; 5,9 Prozent nutzen sie mindestens wöchentlich.
Bei sozialen Medien überschreiten 50,3 Prozent die vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit für Jugendliche ab 16 Jahren empfohlene maximale tägliche Mediennutzungsdauer von zwei Stunden. Mehr als sechs Stunden täglich verbringen dort 5,6 Prozent der Jungen und 10,1 Prozent der Mädchen.
Der Anteil der Befragten mit Erfahrungen als Opfer von Cyber-Mobbing stieg seit 2016/2017 von 7,0 auf 13,8 Prozent.
Minister und Landesstelle fordern Prävention
Gesundheitsminister René Wilke bezeichnete die Ergebnisse als Warnsignal. Er fordert gemeinsame Anstrengungen von Politik, Eltern, Lehrkräften, Freunden und dem sozialen Umfeld.
Andrea Hardeling, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen, verlangt Maßnahmen, die Zugriffsmöglichkeiten begrenzen, sowie verlässliche Präventionsangebote für Kinder und Jugendliche.
Die seit 2004/2005 alle vier Jahre durchgeführte Befragung wurde in ihrer sechsten Ausgabe vom Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit konzipiert und durchgeführt.
Hilfe bieten in Brandenburg die Suchtberatungsstellen der Landkreise und kreisfreien Städte sowie das Onlineangebot suchtberatung.digital.
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