L.o Redaktion
Neue Forschungsplattform für KI in Cottbus
15 Millionen Euro Fördergeld für Initiative von sieben Partnern
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert die neue Research and Innovation Factory AI & Microelectronics am Standort Cottbus mit 15 Millionen Euro aus Mitteln des Strukturstärkungsgesetzes. Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle und Prof. Dr.-Ing. Gerhard Kahmen, Geschäftsführer des federführenden IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik, haben die Forschungsinitiative sowie deren erstes Modul AI-DISCO offiziell in Betrieb genommen.
Neuromorphes Rechnen und verteilte KI-Systeme
Das bis Anfang 2030 laufende Auftaktprojekt AI-DISCO konzentriert sich auf die Verbindung von Mikroelektronik und Künstlicher Intelligenz. Ziel ist die Entwicklung energieeffizienter, dezentraler Edge-Knoten, die Daten direkt vor Ort verarbeiten, anstatt sie an zentrale Rechenzentren zu übermitteln. Die wissenschaftlichen Arbeiten stützen sich dabei auf konkrete technologische Schwerpunkte:
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Neuromorphe Schaltungen als biologisches Vorbild: Die entwickelten Mikrochips orientieren sich an der Funktionsweise des menschlichen Gehirns, um den Stromverbrauch batteriebetriebener Sensoren drastisch zu senken.
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Föderiertes Lernen für Datensicherheit: KI-Modelle werden zentral vortrainiert, während die eigentliche Datenverarbeitung und -analyse lokal auf den einzelnen Knotenpunkten verbleibt.
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Ausfallsicherheit und Schutz: Die verteilten Systeme werden speziell für den verlässlichen Einsatz in kritischen Infrastrukturen und Industrieanlagen gehärtet.
Praxistests in Industrie und Energiewirtschaft
Die im Projekt entwickelten Edge-Systeme werden in verschiedenen Wirtschaftssektoren auf ihre Praxistauglichkeit geprüft. Dazu gehören die Früherkennung von Betriebsstörungen in Wind- und Solaranlagen, die Echtzeit-Automatisierung in der Industrie 4.0 sowie Anwendungen in der Medizintechnik, der Landwirtschaft, der 6G-Kommunikation und bei Smart-City-Konzepten.
Erweiterung des Forschungsnetzwerks in Cottbus
Mit dem Start der R+I Factory wächst der Wissenschaftsstandort im Umfeld des Lausitz Science Park und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). Das Konsortium unter IHP-Federführung verbindet die BTU, das Fraunhofer IPMS sowie die Industriepartner ABB und ENERTRAG. Zudem siedeln sich mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und dem Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) zwei neue Forschungseinrichtungen in Cottbus an.
Grafik: KI-generiert
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