OSL bindet Medizinstipendiaten
Rettungsdienst im Fokus eines Treffens in Senftenberg
Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat am Donnerstag, 02.04.2026, sein jährliches Treffen der Medizinstipendiaten veranstaltet. Im Mittelpunkt stand diesmal der Rettungsdienst im Landkreis OSL. Für die Region ist das Thema von direkter Bedeutung: Das Stipendium soll medizinischen Nachwuchs während des Studiums unterstützen und ihn später für eine Tätigkeit in Oberspreewald-Lausitz gewinnen.
Aktuell fördert der Landkreis elf Studierende der Humanmedizin. Sie studieren unter anderem in Potsdam, Neuruppin, Leipzig, Jena, Aachen und Berlin. Am diesjährigen Treffen nahmen sieben Stipendiaten teil. Nach Angaben des Landkreises interessieren sie sich derzeit besonders für Anästhesie, Chirurgie, Palliativmedizin und Allgemeinmedizin.
Auftakt in der KreisverwaltungZum Beginn des Tages begrüßten in der Kreisverwaltung Gesundheitsdezernent Alexander Erbert, die stellvertretende Vorsitzende des Kreistages Roswita Schier, die Leiterin des Gesundheitsamtes Dr. Susanne Rosenthal sowie Projektkoordinator Karsten Rost die Teilnehmer.
In einer Gesprächsrunde berichteten die Studierenden über ihre Erfahrungen im Studium, über Herausforderungen und über ihre beruflichen Pläne. Auf die Frage, ob das Studium ihren Erwartungen entspreche, antworteten sie laut Landkreis übereinstimmend mit Ja. Ein Abwerben durch andere Regionen sei bislang kein Thema gewesen. Förderprogramme wie das Brandenburg-Stipendium würden jedoch teilweise als Konkurrenz wahrgenommen.
Einblicke in Luftrettung und Campus-StrukturenIm Anschluss besuchte die Gruppe die ADAC-Luftrettung am Standort Senftenberg. Dort stellte die Ärztliche Leiterin des Rettungsdienstes des Landkreises OSL, Dr. med. Petra Prignitz, die Arbeit der Luftrettungsstation vor. Die Teilnehmer erhielten Einblicke in Einsatzabläufe und besichtigten den Rettungshubschrauber „Christoph 33“. Gemeinsam mit einem Piloten und einem Notarzt konnten sie den Hubschrauber aus nächster Nähe kennenlernen.
Zur Mittagszeit führte das Programm zum FamilienCampus Lausitz in Klettwitz. In der LernBar tauschten sich die Teilnehmer weiter aus. Tom Lehnert, Geschäftsführer des FamilienCampus Lausitz und der Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH, stellte gemeinsam mit Vertretern des operativen Bereichs den Standort und seine Entwicklung vor. Thema waren auch die Geschichte des Geländes als ehemaliges Bergmannsklinikum sowie die heutigen Angebote von der Ausbildung medizinischer Fachkräfte über Kinder- und Jugendhilfe bis zur CampusKita.
Praxis in der LehrrettungswacheAm Nachmittag ging es in die Lehrrettungswache Senftenberg. Dort erhielten die Stipendiaten praktische Einblicke in den Arbeitsalltag des Rettungsdienstes. Unter Anleitung von Dr. med. Petra Prignitz und erfahrenen Notfallsanitätern wurde ein Rettungswagen vorgestellt und die medizinische Ausstattung erläutert.
Danach folgten praktische Übungen. Die Teilnehmer befreiten mit speziellen Instrumenten eine Übungspuppe von einem verschluckten Gegenstand. Außerdem setzten sie mit einem medizinischen Bohrer einen Zugang in ein Ei, stellvertretend für einen Eingriff an einem Knochen. Nach Angaben des Landkreises sollten die Übungen zeigen, welche Präzision und welche Fähigkeiten im Rettungsdienst erforderlich sind.
Wünsche für künftige TreffenZum Abschluss kamen die Teilnehmer erneut in der Kreisverwaltung zusammen. Das Feedback fiel laut Landkreis positiv aus. Zugleich nannten die Stipendiaten Themen für kommende Treffen. Genannt wurden vor allem die medizinischen Versorgungszentren im Landkreis sowie ein möglicher Einblick in die Leitstelle Lausitz, die die Einsätze des Rettungsdienstes koordiniert.
Was das Medizinstipendium in OSL vorsiehtDas Medizinstipendium des Landkreises OSL richtet sich an Studierende der Human- oder Zahnmedizin, die eine spätere Tätigkeit in der Region anstreben. Der Landkreis unterstützt sie während des Studiums finanziell. Im Gegenzug verpflichten sich die Geförderten, anschließend als Arzt im Landkreis zu arbeiten und damit zur Grundversorgung der Bevölkerung beizutragen.
Trotz der angespannten Haushaltslage strebt der Landkreis nach eigenen Angaben eine weitere Vergabe von Stipendien an. Individuelle Absprachen seien möglich. Bereits zugesagte und laufende Stipendien würden fortgeführt.
Informationen zum Medizinstipendium: www.osl-online.de/medizinstipendium
Kontakt zum Gesundheitsamt OSL: 03573 870-4301 oder Gesundheitsamt@osl-online.de
Foto: Vivien Mittag
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