L.o Redaktion | Landkreis Elbe-Elster
Aktuelle Nachrichten aus Finsterwalde
100 Tage Landrat Marcel Schmidt
Bilanz zu Klinikum, Haushalt, Sicherheit und Ankündigung des neuen Vodcasts „Mensch, Landrat!“
Elbe-Elster. 100 Tage nach seinem Amtsantritt hat Landrat Marcel Schmidt am Dienstag, 05.08.2025, bei einem Pressefrühstück in der Kreisverwaltung eine erste Bilanz gezogen. Im Zentrum standen die Lage des Elbe-Elster-Klinikums, die angespannte Haushaltsentwicklung und die Folgen des Angriffs auf Beschäftigte der Kreisverwaltung in Finsterwalde. Zugleich kündigte Schmidt ein neues Format für mehr Einblicke in seine Arbeit an.
Der Landrat beschrieb die ersten Monate im Amt als Phase des Ankommens und Zuhörens. Nach eigenen Angaben habe für ihn zunächst im Vordergrund gestanden, die Verwaltung, die Kommunen und die Menschen im Landkreis kennenzulernen. Entscheidungen wolle er transparent vorbereiten und nachvollziehbar erklären.
„Nach 100 Tagen kann man noch keinen Marathon bewerten – aber man erkennt, ob die Richtung stimmt“, sagte Schmidt.
Vodcast soll Arbeit der Kreisverwaltung erklären
Bereits im August soll der monatliche Video-Podcast „Mensch, Landrat!“ starten. Produziert wird das Format in den Fluren der Kreisverwaltung. Geplant ist, aktuelle Themen verständlich und ohne Verwaltungssprache zu erklären. Der Vodcast soll als Video auf YouTube und Facebook sowie auch als Audio-Podcast verfügbar sein.
Die erste Folge soll sich mit den Erfahrungen aus den ersten 100 Tagen im Amt und mit der aktuellen Entwicklung des Elbe-Elster-Klinikums befassen.
Klinikum bleibt zentrale Aufgabe
Als wichtigste politische Aufgabe bezeichnete Schmidt die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Landkreis. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt habe er deshalb eine unabhängige Statusprüfung des Elbe-Elster-Klinikums veranlasst. Hintergrund seien seit 2023 deutlich veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen durch die Krankenhausreform.
Nach Darstellung des Landrates gehe es nicht darum, frühere Entscheidungen zu bewerten. Vielmehr solle auf neuer Grundlage an tragfähigen Lösungen gearbeitet werden. Ziel bleibe eine qualitativ hochwertige und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung im Landkreis Elbe-Elster.
Angriff in Finsterwalde hat Folgen
Der Angriff auf Beschäftigte der Kreisverwaltung Mitte Juli habe ihn persönlich tief betroffen gemacht, sagte Schmidt. Nach dem Vorfall seien Krisenintervention, ein Sicherheitsdienst und eine umfassende Überprüfung aller Dienstgebäude eingeleitet worden. Gemeinsam mit der Polizei werde an weiteren organisatorischen und technischen Verbesserungen gearbeitet.
„Unsere Mitarbeiter treffen häufig schwierige Entscheidungen. Das gehört zu ihrem Beruf. Angst vor Gewalt darf aber niemals zu ihrem Berufsalltag gehören“, betonte der Landrat.
Haushalt bleibt größte Daueraufgabe
Als langfristig größte Herausforderung nannte Schmidt die finanzielle Entwicklung des Landkreises. Nach seinen Angaben halten die Einnahmen nicht mit den Ausgaben Schritt. Vor allem steigende Sozial- und Personalkosten sowie geringere Einnahmen aus Schlüsselzuweisungen und Kreisumlage verschärften die Lage.
Nach derzeitigen Prognosen werde für 2026 ein Defizit von deutlich über 20.000.000,00 € erwartet. Einen pauschalen Sparkurs kündigte Schmidt nicht an. Stattdessen sollen Verwaltungsabläufe überprüft, die Digitalisierung stärker genutzt und Prozesse effizienter gestaltet werden. Auch frei werdende Stellen sollen kritisch betrachtet werden, ohne die Leistungsfähigkeit der Verwaltung zu gefährden.
Schmidt kündigte an, den Austausch mit Kommunen, Wirtschaft, Ehrenamt und Bürgern fortzusetzen. Sein Anspruch sei, Entscheidungen offen zu erklären und Verantwortung gemeinsam zu tragen.
Foto: Andreas Franke
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