Redaktion | M. Schmidt
Nachrichten aus dem Landkreis Oder-Spree
Aufgeheizte Debatte zum Baruther Windpark
Rund 40 Bürger diskutierten über Versorgung und Risiken.
In Baruth (nördlich von LDS) ist bei einer Informationsveranstaltung über die geplante Wärmeversorgung im Zusammenhang mit dem Windpark bei Mückendorf Kritik laut geworden. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob das regionale Energieprojekt den Anwohnern tatsächlich eine tragfähige Wärmeversorgung bieten kann.
Eingeladen hatte die Mittelstandsinitiative Brandenburg e.V. über ihre regionale Vertretung durch Dr. Katharina Bergmann. Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Windstrom für Wärme oder teure Luftnummer“. Nach Angaben aus dem Veranstaltungsbericht kamen etwa 40 Bürger aus Baruth und umliegenden Gemeinden. Unter den Gästen waren außerdem Vertreter der Stadtverordnetenversammlung, Bürgermeisterin Jenny Hahn sowie die Landtagsabgeordneten Ines Seiler und Wolfgang Roick.
Debatte über Windpark und Wärmeversorgung
Nach einer Einführung durch Dr. Katharina Bergmann folgte ein Vortrag des Energieexperten und Autors Frank Hennig. Thema waren die Zusammenhänge und möglichen Folgen des Ausbaus der Windkraft in Brandenburg, bezogen auf die geplanten Investitionen im Mückendorfer Wald.
Dr. Bergmann verwies auf einen aus ihrer Sicht zentralen Widerspruch: Die politische Akzeptanz für den Windpark sei mit einem konkreten Wärmeversprechen für Bürger und Ortsteile aufgebaut worden. In der aktuellen Entwicklung bleibe davon vor allem eine industrielle Stromversorgung sowie ein kommunales Wärmemodell, das über Einnahmen, den sogenannten „Windeuro“ und Verträge an den Windpark gekoppelt sei.
Kritik aus dem Publikum
In mehreren Wortmeldungen äußerten Anwohner den Vorwurf, dass der Windpark in Baruth weiterhin mit einem regionalen Wärmeversprechen begründet werde, obwohl die ursprüngliche technische Grundlage dafür weitgehend entfallen sei. Nach Einschätzung der Kritiker habe sich das Vorhaben von einem integrierten Energieverbund zu einem politisch veränderten Modell entwickelt.
Konkret kritisierten sie, dass die industrielle Stromnutzung greifbar bleibe, während die Bürgerwärme nur noch optional, bilanziell und vertragsabhängig erscheine. Zudem, so die Einwände, würden kommunale Einnahmen zunehmend die frühere technische Kopplung ersetzen.
Die Kritiker forderten eine präzisere Aufklärung über den tatsächlichen Projektstand und mögliche wirtschaftliche Risiken. Außerdem bemängelten sie die aus ihrer Sicht fehlende Einbeziehung der betroffenen Bürger.
Widerspruch aus der Politik
Neben dem Stadtverordneten Schacht verteidigte insbesondere die Landtagsabgeordnete Ines Seiler das regionale Projekt. Laut Veranstaltungsbericht kritisierte sie den Vortrag von Frank Hennig als wenig qualifiziert und wies die Veranstalter darauf hin, dass ihre Standpunkte in Wort und Bild nicht verwendet werden dürften.
Foto: M. Schmidt
Foto: S Lindemann
Foto: M. Schmidt
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