L.o Redaktion | Gemeinde Kolkwitz, Mathias Klinkmüller
Nachrichten aus dem Landkreis Spree-Neiße
Einmaliges Pilotprojekt für Sportplatz Kolkwitz
Richtfest mit 80 Betonteilen aus Großräschen
Auf dem Sportplatz in Kolkwitz ist am 20. August Richtfest für ein neues zweigeschossiges Vereinsgebäude gefeiert worden. Es entsteht aus wiederverwendeten Betonfertigteilen und soll Lager- und Vereinsräume bieten. Außerdem sind Garagen für zwei Kleinbusse und ein Tickethaus vorgesehen.
Für den Bau werden 80 Betonplatten aus Großräschen neu eingesetzt. Sie sind bis zu sechs Meter lang und wiegen bis zu sechs Tonnen. Dabei erhalten einige Bauteile eine neue Funktion: Frühere Innenteile dienen nun als Außenteile, einstige Stützen eines Mittelgangs bilden die heutige Galerie.
Das Cottbuser Ingenieurbüro von Peter Jähne arbeitet bei dem Vorhaben mit der BTU und Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke zusammen. Jähne beschäftigt sich nach eigenen Angaben seit 25 Jahren mit dem Rückbau und der Wiederverwendung von Platten aus DDR-Gebäuden. Mettke erforscht dieses Thema seit mehr als 30 Jahren.
Der Neubau gehört zum europäischen Forschungsprojekt Re Create. Wissenschaftler entwickeln darin Verfahren, Standards und digitale Werkzeuge, damit gebrauchte Betonfertigteile künftig systematisch in neuen Bauprojekten eingesetzt werden können. Das Gebäude in Kolkwitz ist das erste vollständige Bauwerk, das das BTU-Team im Rahmen dieses Projekts realisiert.
Als Herausforderung bezeichnete Jähne die Zulassung der gebrauchten Platten. Jedes der 80 Bauteile müsse beim Einbau europäische Normen erfüllen, die es zur Zeit seiner Herstellung noch nicht gab. Dies verlängere die Planung und verteuere das Verfahren. Er hofft deshalb auf vereinfachte Zulassungen.
Der Lausitzbeauftragte der Landesregierung, Dr. Klaus Freytag, verwies beim Richtfest auf fehlende Vereinsräume in der Region. Viele Lausitzer Vereine müssten Container nutzen. Zugleich würdigte er die Arbeit der Planer und der Verwaltung bei der Förderung des Kolkwitzer Projekts.
Den traditionellen Zimmermannsspruch übernahm Bürgermeister Karsten Schreiber. Da das Gebäude kein Dach mit Balken erhält, konnte dort auch kein üblicher Nagel eingeschlagen werden. Schreiber begrüßte, dass die Betonteile nicht zerkleinert, sondern auf dem Sportplatz weiterverwendet werden. Die neuen Räume sollen dem Kolkwitzer SV und weiteren Vereinen der Gemeinde zugutekommen.
Fotos: Gemeinde Kolkiwtz
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