Verabschiedung des Landrats in OSL
Heinze blickt auf 16 Jahre zurück
Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz endet am Donnerstag, 08.05.2026, die Amtszeit von Landrat Siegurd Heinze. Seit 2010 stand er an der Spitze des Kreises. Zum Abschied zieht die Kreisverwaltung eine Bilanz von 16 Jahren, die von Haushaltskonsolidierung, Strukturwandel, Schulbau, Krisenmanagement und dem Ausbau der Daseinsvorsorge geprägt waren.
Heinze übernahm das Amt in einer finanziell angespannten Lage. Nach Angaben des Landkreises lag der Schwerpunkt in den ersten Jahren auf einer strikten Haushaltsführung und klaren Prioritäten. Ziel war es, Defizite abzubauen und wieder Spielräume für Investitionen zu schaffen.
Strukturwandel als Dauerthema in der LausitzEin zentrales Thema seiner Amtszeit war der Strukturwandel in der Lausitz. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz zeigte sich dieser Wandel besonders deutlich, weil große Teile der Region lange vom Bergbau geprägt waren. Als sichtbares Beispiel nennt der Landkreis die Freigabe des Koschener Kanals 2013. Die Verbindung zwischen Senftenberger See und Geierswalder See gilt als frühes Zeichen für die Entwicklung des Lausitzer Seenlands.
Auch wirtschaftlich begleitete der Landkreis nach eigenen Angaben zahlreiche Veränderungen. Dazu gehörten Projekte rund um den Lausitzring in Klettwitz, Ansiedlungen im Bereich erneuerbarer Energien sowie neue industrielle Perspektiven in der Transformation. Genannt werden außerdem Netzwerke wie die Wirtschaftsregion Lausitz und die Kampagne „Krasse Lausitz“.
Schulen und Bildungsangebote ausgebautEin weiterer Schwerpunkt lag auf der Bildungslandschaft. In den vergangenen 16 Jahren wurde die Schulinfrastruktur in Trägerschaft des Landkreises schrittweise modernisiert. Dazu zählen der Neubau des SeeCampus Niederlausitz, die Sanierung und Erweiterung des Paul-Fahlisch-Gymnasiums in Lübbenau und des Friedrich-Engels-Gymnasiums in Senftenberg sowie Modernisierungen an Förderschulen und am Oberstufenzentrum Lausitz.
Als jüngstes Projekt nennt der Landkreis die Grundsteinlegung im April 2026 für den Neubau der Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung „Hand in Hand“ in Senftenberg. Ergänzt wurde die Bildungsarbeit laut Kreisverwaltung durch neue Ausbildungsgänge am OSZ, die Umsetzung des Digitalpakts Schule sowie die Stärkung von Volkshochschule, Musikschule und SeeCampus-Bibliothek.
Herausforderungen durch Flucht, Pandemie und TierseucheWährend der Amtszeit musste der Landkreis mehrere Krisen bewältigen. Ab 2014 stellte die Aufnahme und Integration geflüchteter Menschen Verwaltung und Kommunen vor große organisatorische Aufgaben. Später folgte die Corona-Pandemie. Das Gesundheitsamt übernahm dabei unter anderem die Organisation von Test- und Impfangeboten sowie die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben.
Zuletzt war auch die Afrikanische Schweinepest ein wichtiges Thema. Der Landkreis verweist auf die enge Abstimmung mit zuständigen Stellen und auf umgesetzte Eindämmungsmaßnahmen im Kreisgebiet.
Gesundheit, Rettungsdienst und soziale AngeboteIm Bereich Gesundheit und Soziales hebt der Landkreis mehrere strukturelle Veränderungen hervor. Dazu zählt die Entwicklung der Klinikum Niederlausitz GmbH zu den Sana Kliniken Niederlausitz. Mit der Kommunalisierung des Rettungsdienstes zum 01.01.2024 und der Gründung der Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH übernahm der Kreis zudem direkt Verantwortung für Organisation und Qualität der Notfallversorgung.
Weiterentwickelt wurden nach Angaben der Verwaltung unter anderem der Pflegestützpunkt mit Außenstellen, der jugendzahnärztliche Dienst, die Suchtberatung, die interdisziplinäre Frühförderung, die Kinderschutzkoordination und der FamilienCampus Lausitz. Unterstützt wurden außerdem Frauenhäuser, Mehrgenerationenhäuser und Integrationswerkstätten.
Investitionen in Straßen, Busverkehr und BreitbandAuch in der Infrastruktur gab es nach Darstellung des Landkreises sichtbare Veränderungen. Kreisstraßen wurden unter anderem in Ortrand, Ruhland, Schwarzheide, Großräschen, Senftenberg, Lübbenau/Spreewald und Lauchhammer saniert oder ausgebaut.
Beim öffentlichen Nahverkehr steuert der Landkreis auf die Kommunalisierung des ÖPNV zu. Mehrere Beschlüsse im Kreistag haben das Ziel auf den Weg gebracht, den Busverkehr im Kreisgebiet vollständig in Landkreishand anzubieten. Die Betriebsaufnahme ist für August 2027 vorgesehen.
Beim Breitbandausbau nennt der Landkreis rund 75.000.000,00 € Fördermittel von Land und Bund. Zudem entstanden neue Rettungswachen, das Feuerwehr- und Katastrophenschutztechnische Zentrum in Großräschen wurde ausgebaut und ein Sirenenkonzept umgesetzt.
Kultur, Tourismus und Zusammenarbeit im KreisZum kulturellen und touristischen Leben im Landkreis zählen nach Angaben der Verwaltung unter anderem das Kreiserntefest, die Tour de OSL, Regionalmärkte, offene Ateliers, die Museen in Senftenberg, Lübbenau und Lehde sowie die neue Bühne Senftenberg. Auch der Ausbau des Radwegenetzes und touristischer Routen habe die Region im Seenland und Spreewald gestärkt. Sorbische und wendische Traditionen wurden laut Landkreis ebenfalls gefördert.
Als wichtig beschreibt die Kreisverwaltung außerdem die Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden. Heinze sprach dabei von der „kommunalen Familie“. Als Beispiel nennt der Landkreis die Einrichtung der Katastrophenschutzleuchttürme im Jahr 2025.
In den 16 Jahren seiner Amtszeit wurden laut Kreisverwaltung in 183 Sitzungen mehr als 2.420 Beschlüsse gefasst. Heinze war nach eigenen Angaben insgesamt mehr als drei Jahrzehnte in der Kommunalpolitik tätig, davon 16 Jahre als Landrat in Oberspreewald-Lausitz.
„Mich hat immer gereizt, Dinge zu verändern und Entwicklungen sichtbar zu machen. Verwaltung muss für die Menschen wirken“, sagt Siegurd Heinze rückblickend.
„Landrat zu sein war für mich Ehre und Verpflichtung zugleich. Ich danke den Bürgern, meinen Kollegen, dem Team der Kreisverwaltung OSL und allen, mit denen ich in mehreren Jahrzehnten zusammenarbeiten durfte, für das entgegengebrachte Vertrauen“, sagt Heinze.
Foto: Landkreis OSL
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