L.o Redaktion | Land Brandenburg
Safran-Anbau: Lausitz als neuer Pionier
Ernte-Automatisierung soll Edelgewürz wirtschaftlich machen
Am 7. September 2026 hat Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt im lausitzischen Hermsdorf-Jannowitz (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) das 2. Deutsche Safransymposium eröffnet. Die Region nutzt die Fachtagung des Projekts Seenland-Safran, um sich als treibende Kraft für den Wiederanbau und die technologische Modernisierung des Edelgewürzes in Deutschland zu positionieren.
Chancen durch Klimawandel und Bergbaufolgelandschaft
Obwohl die Hauptanbaugebiete von Safran derzeit im Iran, in Afghanistan und im Mittelmeerraum liegen, gewinnen deutsche Anbauflächen begünstigt durch den Klimawandel an Bedeutung – gerade die Lausitz bietet optimale Bedingungen für die mehrjährige Knollenpflanze. Das Projekt Seenland-Safran untersucht am Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften den gezielten Einsatz der Kultur als nachhaltige Alternative für die Landwirtschaft.
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Sandige Böden: Die spezifische Bodenbeschaffenheit der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft liefert günstige Wuchsbedingungen für die Pflanzen.
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Bodenschonung: Da Safran-Knollen bis zu fünf Jahre im Erdreich verbleiben, entfallen Pflügen und Herbizideinsatz. Dies fördert die Regeneration stark beanspruchter Böden in der Region.
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Regionale Wertschöpfung: Das Projekt soll neue Perspektiven für die lokale Landwirtschaft schaffen und die Gastronomie im Großraum Berlin-Brandenburg sowie lokale Spezialitätenmärkte beliefern.
Lausitzer Innovationspreis für automatisierte Ernte
Die größte Hürde für den wirtschaftlichen Safrananbau ist der extrem hohe Aufwand bei der Ernte. Während das Legen der Knollen mechanisiert abläuft, erfolgt das Pflücken bisher rein manuell: Für 1 Kilogramm Safran sind 150.000 bis 200.000 Blüten sowie der Tageseinsatz von rund 15 Arbeitskräften nötig.
Um diesen Kostenfaktor zu senken, entwickelt das Projekt Seenland-Safran federführend einen automatisierten Ernteprozess. Für diesen technologischen Ansatz wurde die Lausitzer Initiative bereits mit einem Innovationspreis ausgezeichnet.
Netzwerk und Ausblick
Veranstalter des Fachtreffens – nach der Erstauflage 2023 im thüringischen Altenburg – ist das Projekt Seenland-Safran in Kooperation mit dem Brandenburger Netzwerk „neuwerg“ (Netzwerkstelle Nachwachsende Rohstoffe). Die Initiative wird vom Landwirtschaftsministerium Brandenburg gefördert.
Durch die Kombination aus Forschung, technologischer Innovation und regionaler Vernetzung soll die Lausitz dauerhaft als Zentrum für den modernen Safrananbau in Deutschland etabliert werden.
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