L.o Redaktion | Corinne Ullrich
Openart-Finale in Cottbus
Bis 20. September läuft die Schau „Urbane Wandlungen“.
Die erste openart Lausitz Biennale endet in Cottbus. In der Kunsthalle Lausitz zeigt die Ausstellung „Urbane Wandlungen“ bis Sonntag, 20.09.2026, Arbeiten zu gesellschaftlichem Wandel, Textilgeschichte, Umsiedlung und dem Umgang mit gebrauchten Materialien.
Cottbus ist nach Stationen im Landkreis Elbe-Elster, in Lauchhammer, Jamlitz und Forst der letzte Ort der Biennale. Die Ausstellung in der Güterzufuhrstraße 7 ist donnerstags bis sonntags jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Kunst zwischen Wandel und Erinnerung
Zu den zentralen Arbeiten gehört Miriam Lenks raumfüllende Statue „Fragile Wucht“. Martin Böttgers Skulptur „Dredder“ besteht aus grellfarbigen Metallfragmenten und erinnert an ein futuristisches Maschinenwesen.
Tracey Snellings großformatige Installation „Tenement Rising“ zeigt Wohnblöcke mit hinterleuchteten Fotos und Videos. Die Arbeit greift Umsiedlungen in China auf und stellt damit einen Bezug zu verschwundenen Dörfern im Lausitzer Braunkohlegebiet her.
Ein eigener Ausstellungsbereich widmet sich der Lausitzer Textilindustrie. Das Künstlerkollektiv URBAN ART mit Anne Peschken und Marek Pisarsky hat bemalte Leinwände zu einer fast 3,50 Meter breiten Arbeit verwoben. Sie zeigt Arbeiterinnen in einer asiatischen Textilfabrik. Ein Video dokumentiert den Herstellungsprozess.
Caroline Böttcher zeichnet in „Frottier – wenn der rote Faden sich teilt“ anhand bedruckter Handtücher Veränderungen der Frottierindustrie nach. Zu den Motiven gehören der dreimillionste Trabant und das Logo des VEB Frottana aus Großschönau. Annette Hecht-Bauer präsentiert mit „Verwoben“ ein Kleid aus Kunststoffabfällen.
Felix Matschkes Bildinstallation „Heute hier – morgen fort“ befindet sich in einem abgedunkelten Raum. Abhängig von rotem oder grünem Licht werden auf denselben Bildflächen unterschiedliche Motive von Menschen und ihrer Region sichtbar.
Graffiti, Licht und Klänge
Auch das Außengelände gehört zum Programm. Dort entstanden zum Eröffnungswochenende Arbeiten von rund 50 Graffiti-Künstlern. Für Kinder und Jugendliche wurden im Bereich „young art“ Graffiti-Workshops angeboten.
Weitere Veranstaltungen laufen unter dem Titel „Offene Räume/open spaces“. Am Freitag, 11.09.2026, von 20 bis 22 Uhr verwandelt die Lichtprojektion „rozswětlenje“ den Straßenraum vor dem Wendischen Museum in einen audiovisuellen Erlebnisraum. Elektronische Live-Musik und sorbisch inspirierte Klänge steuert Jakob Gruhl alias Jkube bei.
Am Sonntag, 13.09.2026 kommt das mobile Mitmach-Atelier von Katrin Meißner nach Cottbus. Besucher können aus regionalen Materialien Farben und Werkzeuge herstellen und damit kleine Kunstwerke gestalten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, die Materialien werden gestellt.
Am Samstag, 19.09.2026, und Sonntag, 20.09.2026 erkunden sternchen.fm und die Klangkünstlerin Niki Matita gemeinsam mit Interessierten den Sound von Cottbus. Das im Workshop entstehende Klangkunststück wird im Studio präsentiert und über DAB+ ausgestrahlt. Anmeldungen sind bis Montag, 14.09.2026, unter info@sternchen.fm möglich.
An denselben Tagen ist am Großenhainer Bahnhof die Installation „Die Urhorde“ von Sandra Pohl zu sehen. In einem begehbaren transparenten Kuppelzelt erzeugen Nebel und Wasserwellenlampen den Eindruck des Eintauchens.
Abschluss in der Kunsthalle
- Samstag, 12.09.2026, 15 Uhr: Führung
- Sonntag, 13.09.2026, 15 Uhr: Führung
- Samstag, 19.09.2026, ab 17 Uhr: Abschlussfeier mit den Champagner Boys
- Sonntag, 20.09.2026, 15 Uhr: Abschluss mit Künstlergesprächen und gemeinsamer Führung
Die Finissage gibt Einblicke in die Entstehung der Arbeiten und in die künstlerische Auseinandersetzung mit der Lausitz und den jeweiligen Ausstellungsorten.
Fotos: Friederike Kalz
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