L.o Redaktion | Land Brandenburg
Alkoholverbot gilt jetzt an allen DB-Bahnhöfen
Brandenburg will als nächstes auch Alkoholverbot in Zügen
Seit dem 15. Oktober 2026 gilt an allen Bahnhöfen der Deutschen Bahn ein Alkoholkonsumverbot. Damit endet die schrittweise Einführung an bundesweit 5.700 Stationen. Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach begrüßt das Verbot und will es auf Züge des öffentlichen Nahverkehrs ausweiten. Dafür gibt es bislang keine einheitliche Regelung.
Am Bahnhof verboten, im Zug meist erlaubt
Das Verbot erfasst Bereiche, die in die Zuständigkeit der Deutschen Bahn fallen, darunter Bahnsteige und Empfangsbereiche. Bei Bahnhofsvorplätzen hängt die Anwendung von der Zuständigkeit ab. In Leipzig gehört der Vorplatz nach Angaben der Bahn beispielsweise zum städtischen Gebiet. Aus dem bundesweiten Verbot lässt sich deshalb keine pauschale Regel für jeden Bahnhofsvorplatz ableiten.
Die Bahnhofsgastronomie ist ausgenommen. Auch in Fern- und Nahverkehrszügen darf in der Regel weiterhin Alkohol getrunken werden. Einzelne Regionen haben bereits andere Vorgaben, etwa die S-Bahnen in München. Das abgebildete DB-Verbotsschild untersagt neben dem Konsum auch das offene Mitführen alkoholischer Getränke.
Brandenburg strebt gemeinsame Regeln an
Crumbach will das Thema in Gespräche mit den anderen Ländern einbringen, um möglichst einheitliche Regeln im Nahverkehr zu erreichen. Ein beschlossenes flächendeckendes Alkoholkonsumverbot in den Zügen ergibt sich daraus noch nicht. Der Minister begründet seinen Vorstoß mit dem Schutz von Fahrgästen und Beschäftigten und sieht Alkoholkonsum als einen Faktor bei Konflikten und Übergriffen.
Die Deutsche Bahn erhofft sich vom Bahnhofsverbot mehr Sicherheit und Sauberkeit. Nach Angaben von Christian Schulz, Leiter des Bahnhofsmanagements in Leipzig, hätten sich 80 Prozent der Fahrgäste in Umfragen ein solches Verbot gewünscht.
Länder sichern Geld für S-Bahn-Sofortprogramm
Brandenburg und Berlin haben die Finanzierung des Sofortprogramms „Sicherheit und Sauberkeit“ über 2026 hinaus gesichert. Seit diesem Sommer läuft es bei der Berliner S-Bahn, die es bislang allein finanziert. Eine Finanzierungssumme wird nicht genannt. Über eine Verstetigung wollen sich die Länder verständigen.
Vorgesehen sind zusätzliche Sicherheitskräfte, weitere Doppelstreifen, ein sechsköpfiges Einsatzteam für den durchgehenden Nachtverkehr, Schutzhunde und mehr Reinigung. Das Programm umfasst zusätzlich 76.000 Einsatzstunden für Sicherheit und 11.200 Einsatzstunden für Reinigung. Laut S-Bahn-Chef Heiko Büttner gingen die Beschwerden zu Sauberkeit und störendem Verhalten seit dem Einsatz mobiler Teams um mehr als die Hälfte zurück.
Für Reisende bleibt damit entscheidend, ob sie sich im Bahnhofsbereich oder in einem Zug mit eigenen Regeln befinden.
Foto: MIL
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