L.o Redaktion | BTU Cottbus-Senftenberg
BTU-Forschung gewinnt Innovationspreis 2026
Forschung aus Cottbus wird für ihre innovative Technologie mit dem Brandenburger Innovationspreis ausgezeichnet.
Die aus einem Forschungsprojekt der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) hervorgegangene quantum grade materials [qgm] GmbH hat den Brandenburger Innovationspreis 2026 in der Kategorie NEUES.SCHAFFEN. erhalten. Wie die BTU am 29. September mitteilte, überreichte Ministerin Martina Klement die Auszeichnung im Potsdamer fx.center; das Unternehmen entwickelte ein Verfahren zur Gewinnung hochreinen Siliziums-28 für Quantenanwendungen.
Forschung an zwei Lausitzer Standorten
Ausgangspunkt der Ausgründung war das Projekt „HoCHQuant“, das am Fachgebiet Physikalische Chemie unter Leitung von Prof. Dr. Jörg Acker startete. Dort wird seit Jahren an Siliziumchemie geforscht, darunter an Ätzprozessen, der Oberflächengestaltung von Solarwafern und katalytischen Verfahren der Silan-Gewinnung.
Das Projekt zielte auf die Herstellung isotopenreiner Halbleiter-Wasserstoffe wie Silan-28. Nach Angaben der BTU bieten diese Materialien durch veränderte physikalische und chemische Eigenschaften eine höhere Stabilität für Quantenprozesse, sind auf dem Weltmarkt aber praktisch nicht verfügbar.
Dr. Owen C. Ernst, Dr. David Uebel, Anne Handschick-Ernst und Roman Brendler arbeiteten unter Ernsts Leitung von Juni 2024 bis September 2026 am BTU-Campus Senftenberg und am Dock3 Lausitz im Industriepark Schwarze Pumpe an der Marktreife. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz finanzierte die Arbeit über eine EXIST-Forschungstransfer-Förderung von mehr als 900.000 Euro.
Geschäftsidee entstand am IKZ Berlin
Die ursprüngliche Geschäftsidee entstand am Leibniz-Institut für Kristallzüchtung (IKZ) in Berlin. Ernst und Uebel arbeiteten dort an SiGe-Heterostrukturen für Quantencomputer. Dabei fehlte ihnen wiederholt hochreines Silizium-28.
2024 verlegte das Team sein Vorhaben an die BTU, um deren chemische und sicherheitstechnische Infrastruktur zu nutzen. Bereits 2023 hatte das Team mit seinem Konzept den Lausitzer Existenzgründerpreis gewonnen. Am 2. Februar 2026 gründeten Ernst, Handschick-Ernst und Uebel die qgm GmbH.
Verfahren soll knappen Rohstoff verfügbar machen
Nach Darstellung der BTU erlaubt das patentierte Verfahren, hochreines Silizium-28 aus einem regulär am Markt verfügbaren Ausgangsstoff zu extrahieren – skaliert und ohne toxische Abfälle.
Ernst beschreibt die Marktlage als hohe Nachfrage bei aktuell sehr geringem Angebot. Für technologische Souveränität sei es erforderlich, diese kritischen Rohstoffe vor Ort herstellen zu können. Mittelfristig will qgm einen Großteil des europäischen Marktes für diese Materialien abdecken.
Die Auszeichnung folgt damit wenige Monate nach der Unternehmensgründung; die angestrebte Abdeckung eines Großteils des europäischen Marktes bleibt ein Unternehmensziel.
Foto: BTU / Ralf Schuster
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